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die Geschütze demontirt waren. An demselben Tage nahmendie Belagerer mehrere der kürzlich errichteten Verschanzungennach kurzem Widerstände der Carlisten, welche, erschreckt durchden raschen Fall von Sän Pedro, in dessen Stärke sie so vielVertrauen gesetzt, und überschüttet mit Geschossen jeder Art vonder feindlichen Artillerie, in die Stadt sich zurückzogen, gegendie sofort die Batterien etablirt wurden.
Es war indessen nicht die Absicht Espartero's, mit demBlute seiner Soldaten den Besitz von Morella zu erkaufen,dessen er leichter sich zu bemächtigen hoffte. Er errichtete meh-rere Mörser-Batterien und begann ein lebhaftes Bombardement,welches alsbald die unheilsvollste Wirkung hatte, da nur dasCastell einige bombenfreie Raume besaß, während in der Stadtdie einzige Cathedrale nicht einmal für die Niederlage der Mu-nition und der Hauptbedürfniffe ausreichte. Nach dreitägigerBewerfung war die ganze Stadt in einen Haufen rauchenderTrümmer verwandelt; alle Vorräthe waren zerstört, selbst einPulvermagazin flog auf und tödtete den Chef der Artillerie,Oberst Soler, mit vielen Officieren und sechszig Mann- Lautforderten die Truppen, da keine Hülfe von außen her sichtbarwurde, gegen den Feind geführt zu werden, um in seinem La-ger ihn anzugreifen.
Da beschloß der zusammengerufene Kriegsrath, sich durch-zuschlagen : in der ganz ruinirten Stadt länger zu bleiben hieß,ohne den geringsten Nutzen sich aufopfern. In der Nacht zum29. Mai stürmte die Garnison, 220V Mann stark, aus derFestung und warf sich auf die feindlichen Positionen; nach blu-tigem Kampfe, in dem 250 Mann abgeschnitten und gefangenwurden, ward sie von der Übermacht in die Stadt zurückge-worfen. Einzelne nur waren durch die Schluchten entkommen.Der Gouverneur verlangte zu capituliren, aber seine Bedingun-gen wurden zurückgewiesen, und das Bombardement begann
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