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von neuem. Am Morgen ergab sich die Besatzung, noch säst1800 Mann stark, auf Discretion.
Kein Flintenschuß war von der carlistischen Armee, dienach Catalonien sich zurückzog, auf die Belagerer abgefeuert,keine Bewegung zu Gunsten der Festung unternommen. Sofiel Morella in die Gewalt der Christines; der Krieg war be-endigt. —
Am 29. Mai ward auch der Mariscal de Campo Don Do-mingo Forcadell getödtet, seit siebentehalb Jahren einer der thä-tigsten und einflußreichsten Anführer der Carlisten im östlichenSpanien, commandirender General von Valencia und Chef derDivision dieser Provinz. Er traf bei Herves mit einigen hundertMann auf das Freicorps des Brigadiers Zurbano und starb imKampfe der Verzweiflung.
Unsere Lage war sehr kritisch, da wir, nachdem Cabreraden Ebro überschritten hatte, im Innern der Halbinsel ganzisolirt standen, rings von drohenden Masten umgeben. Dazuward die Desertion in unserm Rekruten-Bataillone von Canetetäglich größer, wiewohl der Fall von Morella nur den sechsoder sieben Chefs bekannt war, die wir an der Spitze unsererRepublik standen, und es war zu fürchten, daß allgemeine Muth- !losigkeit die Menge ergreifen würde, so wie die Nachricht von ^den Ereignissen des letzten Monats sich verbreitete. '
Schon wurde in unserm Rathe von Räumung der Festung -gesprochen, die doch nur kurze Zeit dem Feinde trotzen könne; ?es ward beantragt, in die Gebirge uns zu werfen, um den !kleinen Krieg fortzusetzen, wie ihn die Guerrillas der Carlisten .im Anfange des Krieges so erfolgreich geführt. Dagegen prote- !stirten Brusco und ich, da durch solch eine Maßregel bei demStande der Dinge bald nur noch Raubbanden bestehen würden,eine Geißel dem Lande und ohne Vortheil, ja zur Schande der