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ward zu Hülse gerufen, um das Vertrauen aufrecht zu erhal-ten. Dort war die heilige Jungfrau Officieren der revolutio-nairen Armee erschienen und hatte den nahen Untergang dersel-ben und den Triumph der Vertheidiger des Altares verkündet;dort hatte ein Bauer, als Heiliger verehrt, Heil zusagende Of-fenbarungen, und Wunder wurden häufig — von entferntenOrten her — gemeldet. Zu Ehren der reinen Jungfrau derSchmerzen aber, welche die ersehnte Hülse bringen sollte, wurdeim ganzen carlistischen Gebiete viertägiger feierlicher Gottesdienstangeordnet, weshalb auch wir in Canete, brennende Wachsstöckein den Händen, große Processionen der Generalordre gemäß ab-hielten.
Mit der Mehrzahl hegte auch Don Remigi o noch immerjene Hoffnungen und war demnach taub für alle Gründe, durchdie ich zur Heimreise nach Cuenca ihn zu bewegen suchte. Erwolle kämpfen und siegen mit den Carlisten; auch er wisse einGewehr zu handhaben, um zur Vertheidigung der Festung mit-zuwirken, und wo ich aushalte, da werde auch er auszuhaltenwissen, war seine stolze Antwort. Umsonst wies ich auf diehülflosen Damen ihn hin. Sie möchten für den Augenblickdulden, bald werde der Sieg alles Verlorene reichlich ihnen er-setzen.
Da schwankte ich nicht länger. Die Sache, welche ich ver-theidigte, war unrettbar verloren, ihr konnte durch das Unglückeiner edlen Familie nicht geholfen, selbst nicht im Geringstengenützt werden; ich wäre ein Wicht gewesen, wenn ich aus Rück-sicht auf meine Sicherheit — jeder Officier, der unbefugt ent-muthigende Nachrichten mittheilte, war zu augenblicklichem Todeverurtheilt, und unter den Carlisten wurde selten eine Drohungzum Scherz ausgesprochen — wenn ich deshalb schwieg unddadurch den getäuschten Greis und die Seinen, denen ich sovielfach verpflichtet war, ins Elend sich stürzen ließ. Ich führteDon Remigio zur Seite und sprach offen mit ihm über unsere