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Vier Jahre in Spanien : die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Skizzen und Erinnerungen aus dem Bürgerkriege / von A. von Goeben
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XXXIX

Am Morgen des 15. Juni befand ich mich wieder in Be-teta, nachdem ich wahrend der Nacht im Walde bivouakirt hatte.Ich fand das Städtchen traurig verwüstet, da auf die Nachrichtvon dem Abzüge der Garnison einige hundert Christines herzu-geeilt waren, um die Festung in Besitz zu nehmen; sie hattenin der Stadt die gräulichsten Excesse ausgeübt und sich dannzurückzogen, da sie ihren Versuch zur Überrumpelung mit Ver-lust von eilf Mann kräftig abgewiesen sahen. Der kleine Mör-ser, als die Werke gesprengt werden sollten, den Felsen hinabin eine tiefe Schlucht gestürzt, lag bei diesem Besuche der Feindenoch dort, so daß die Besatzung ihnen die Bomben in dasStädtchen nur Hinabrollen konnte. Erst nach ihrem Abzügewurde der Mörser wieder hinausgeschafft.

Ich traf dort einen Obersten von der Junta, der mit ei-nigen Officieren schon von Zahorejas zurückgekehrt war, umdas Commando der Provinz zu übernehmen. Auf seine Anfragesetzte ich ihm auseinander, daß das Castell einem regelmäßigenAngriffe nicht vier und zwanzig Stunden widerstehen könne. Erstutzte, beschloß aber doch dort zu bleiben; seine Absicht dabeikonnte ich nicht wohl begreifen, da er nur achtzig Mann imCastell hatte, die er durch Austheilung von Geld und doppelteRationen Wein bei gutem Muth zu erhalten suchte. Vier Tagespäter hatten die Christines Beteta genommen und die Garni-son gefangen gemacht. Der Oberst wurde auf der Flucht ge-tödtet.

Am Nachmittage setzte ich den Marsch fort, indem ich miteinem Umwege von mehr als zwölf Leguas auf Checa, einenicht unbedeutende Stadt in Aragon, mich dirigirte, da der