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und die Quellen von vier bedeutenden Flüssen dicht neben ein-ander enthält; dann konnte ich Canete leicht am folgenden Mit-tage erreichen. Die Führer betraten so eben den Saum einesdichten Waldes, als Marco, der hinter mir meine beiden Maul-thiere führte, mir zurief, daß Manuel und die Ordonnanz nochzurück waren. Ich hielt das Pferd an, sie zu erwarten: Nie-mand erschien; ich befahl Marco, laut zu rufen: keine Antworterfolgte. Bon düsterer Ahnung ergriffen ließ ich das Gepäckihn untersuchen; mit einem Fluche rief er aus, daß ihre Tor-nister fehlten. — Auch sie waren davon gegangen!
Der Schlag traf mich hart, da ich Alles, nur das nicht,erwartet hatte. Das Gefühl der bitter schmerzlichen Enttäuschung »preßte gewaltsam die Brust mir zusammen; ich seufzete tief. ZDie Sappeurs hatte ich einen nach dem andern verschwinden !sehen, ohne daß ps mir mehr, als ein augenblickliches, verächt-liches Lächeln entlockt hätte, während ich so ruhig blieb, alswäre Nichts geschehen, da ich von ihnen ja nichts Anderes hof-fen durfte. Aber mein Manuel! Auch er verließ mich! Das er-schütterte mich.
Mit dumpfer Stimme wandte ich mich zu Marco: »So geheDu auch hin, wenn Du willst; ich werde allein mich durchschla-gen.« Doch der wackere Bursche antwortete ernst: »Nein, Herr,wohin Sie gehen, dahin gehe ich — bis zur Hölle.« Gerührtdrückte ich ihm die Hand und setzte freudiger den Marsch fort,tief nachsinnend über so Manches, was mich bewegte.
In der Masada la Fuente de Garcia, zwanzig Schritt vonder Quelle des Tajo, wo ich neue Führer nehmen sollte, fandich nur Weiber, weshalb ich bis zum Morgen dort ruhen mußte.Bald berichtete mir, als ich dann gen Süden von der Sierra hin-abstieg, ein Bauer, daß er am Abend vorher in Salvacaüete dieColonne des Generals Aspiroz gesehen habe, welche, 6000 Mann