Band 
Erster Band.
Seite
12
JPEG-Download
 

12

und nothwendig besondere Pflichten auferlegt hätte.Durch die Linie der neapolitanischen Bourbonsstammt die Herzogin von Bcrri von jenem erha-benen französischen Rcgcnten-Hause ab, von demein Heiliger vor grauen Jahren den Ausspruchthat, es gäbe kein Größeres aus Erden, nnd vondem ein König, der aus Kronen sich wohl verstand,im lctztverflossenen Jahrhundert behauptete: »derschönste Traum, den ein Monarch haben könne,sey der, sich für den König von Frankreich zuhalten."

Es dürfte nicht als überflüssig erscheinen, hieran die Weise zu erinnern, wie dieser Zweig desHauses Bourbon auf den Thron von Neapelgelangte. Karl II. König von Spanien, dessenErbfolge schon seit geraumer Zeit die ganzeeuropäische Diplomatik beschäftigte, starb im Jahre1700 ohne Kinder zu hinterlassen. Sein Testa-ment berief zur Nachfolge in seine unermeßlicheVerlassenschast, Philipp Herzog von Anjou, zwei-ten Sohn des Dauphin von Frankreich nnd EnkelLudwigs XIV. Mit Einwilligung seines Groß-vaters trat der jugendliche Prinz das Erbe desKönigs von Spanien an und damals geschah