S14
sicher war, wurde er doch häufig gestört. DieHerzogiu pflegte in den zweiten Stock hcrabzu-steigen, um ihre Mahlzeit mit den beiden FräuleinDuguigny einzunehmen, deren Gastfreundschaftsie gcnosi; außer ihr speisten noch einige anderePersonen mit. Mehrere Mal hinter einanderwurde die Herzogin und die andern Gäste dabeidurch falschen Lärmen aufgeschreckt. So oft maneine Uniform auf das Haus zukommen sah,fürchtete man eine Haussuchung, dann gab eineGlocke, welche vorn Hausflur iu das Zimmerheraufreichte, das Zeichen zum Verstecken.
Auf diese Art verlebte die Herzogin fünf Mo-nate in Nantes, für jedermann unsichtbar, weilsie nur sehr wenige Personen von erprobter Treuebei sich empfing. Diese von der Klugheit geboteneZurückgczogcnhcit hätte sich fast mit einer schwe-ren Katastrophe geendigt. Die Landplage, welcheunter der Bevölkerung von Paris gewüthet hatte,stattete nun auch der Vendüc ihren Besuch ab.Jeden Tag sah die Herzogin zahlreiche Leichen anihrem Fenster vorübcrführen. Sie erkrankte selbstmit allen Symptomen der Cholera; sie schien indieser Prüfungszcit bestimmt, den Tod in allen