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Bericht über Schlachthäuser und Viehmärkte in Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, England und der Schweiz : im Auftrage des Magistrats der königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin erstattet / von Julius Hennicke
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Newgate.

Da London keine öffentlichen Schlachthäuser besitzt und die Pri-vatschlächtereien theils in der Stadt vertheilt liegen, theils mit demFleischmarkt Newgate in der City vereinigt sind, so mul's das Viehan jedem Markttage durch die Strafsen getrieben werden. Ilammel-und Ochsenheerden bringen die allergröiste Verwirrung hervor in denengen, von so unendlichem Verkehr erfüllten Strafsen der City.Dafs. solch ein Unfug, der sich zweimal in der Woche wiederholt, ge-duldet werden kann, bleibt unbegreiflich für jeden, der den complicir-ten, auf Selbstständigkeit der einzelnen Kirchspiele basirten Verwal-tungs-Verhältnissen der Stadt fern steht.

Wie sehr die Corporation der City, die conservativste Behördeder Welt, geneigt ist, die elendesten Einrichtungen zu bewahren, wennsie nur alt und herkömmlich sind, das zeigt der Fleischmarkt vonNewgate, dem gegenüber die schmutzigsten Schlächter-Scharren deut-scher Reichsstädte Muster-Anlagen genannt werden müssen.

Schlachthäuser anderer englischer Städte.

Die englischen Städte Birmingham, Manchester, Liverpool , Bir-kenhead, Carlisle und Newcastle upon Tyne bieten kaum ein besseres

Fig. 5.

Edinburg .

Blatt VII.

Auf Blatt VII ist die eine dieser im wesentlichen ganz gleichenAnlagen dargestellt. Dieses Schlachthaus, in dem alten Stadttheil vonEdinburg , an der Faulconbridge Street, auf Kosten der Commune durch, den Architekten Coussin erbaut, bietet manches Eigenthümliche.

Auf dem unregelmäfsigen Terrain von 12 Morgen Fläche stehen13 Gebäudeanlagen.

Das Verwaltungsge-bäude bildet mit seinenj, Thorwegen, im egyptischenStyl von Sandstein undil Granit erbaut, eine statt-liche Strafsenfront. DieStallgebäude, die Fett-schmelze und das Brüh-haus sind hinsichts ihrerEinrichtung nicht bemer-|l kenswerth, die 42 Schlachtjj kammern jedoch, welche

Fig. 2.

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Bild als die Metropole, selten nur entsprechen die Einrichtungen dengrofsartigen Verkehrsverhältnissen des Schlachtvieh- und Fleischhandels.

Fig. 6.

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Die Viehmärktesind meistens ziem-lich gut eingerichtet,ohne gerade besondereBaulichkeiten aufwei-sen zu können.

Die Schlachthäu-ser aber, wo derenüberhaupt vorhanden,sind ganz unzweck-mäfsige und veralteteAnlagen. Die vor-stehenden Skizzen ge-ben in den Fig. 4 (s.p. 10) u. 5 den Vieh-markt u. das Schlacht-haus von Newcastle .Ganz ähnlich sind dieEinrichtungen in Glas-gow ; der Viehmarkt(Fig. 6) ist ganz gutund geräumig, dasanstofsende Schlacht-haus jedoch sehr er-bärmlich und schmuz-zig. Doch werden indieser Stadt dem-nächst neue öffent-liche Schlachthäusermit zwangsweiser Be-nutzung erbaut, wel-che bisher nur Edin-burg und dessen Ha-fenstadt Leith besitzt.

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8 Gruppen bilden, verdienen eingehendere Beschreibung. Zusammen-| gehörig sind: der Schlachtraum (Booth), daranstofsend ein Viehstall(cattle shed) von 21 Fufs Länge, mit einem Hängeboden über der

Fig. 3.

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Hälfte des Raumes, und ein kleiner, 7 Fufs breiter ummauerter Hoffür Dung und Abfälle.

Der Schlachtraum ist 18 Fufs breit und 28 Fufs lang, zweckmä-fsig eingerichtet und durch Jalousiefenster in den Umfassungswändenund in der Laterne des Daches gut gelüftet.

Fig. 1 zeigt die Vorderansicht des Gebäudes, Fig, 2 den Längen-und Fig. 3 den Quer-Durchschnitt.

Die Thür der Schlachtkammer besteht aus zwei Theilen, von de-nen jeder vermittelst Contre- Gewicht für sich zu heben ist, wie einenglisches Schiebefenster (Sash window). Der Vortheil dieser Einrich-tung liegt darin, dafs der untere Theil stehen bleiben kann, der Raumalso abgeschlossen ist, während der obere gehoben wird und Licht undLuft eintreten läfst.