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Bericht über Schlachthäuser und Viehmärkte in Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, England und der Schweiz : im Auftrage des Magistrats der königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin erstattet / von Julius Hennicke
Entstehung
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In der Mitte des Raumes steht ein Drehbaum, wie ein Galgen,dessen Arm bis an eine halbkreisförmig gebogene Schiene mit Hakenreicht, an welchen die getödteten Thiere aufgehangen werden.

Die Einrichtungen der Schlachthäuser von Edinburg und Leithsind durchaus zweckmäfsig, nur die Reinlichkeit labst manches zu wün-schen übrig, da sowohl Wasserversorgung wie Entwässerung mangel-haft sind.

Die Benutzung ist eine sehr starke, da ein bedeutender Fleisch-handel nach London betrieben wird, wohin die ausgeschlachteten Thiereper Eisenbahn geschickt werden.

Die irländischen Schlachthäuser.

Die Schlachthäuser von Dublin sind über alle Beschreibung schmutzigund elend. Der zerlumpte Commissionair des Gasthofes antwortete zwarals achter Irländer auf die Frage, ob Schlachthäuser vorhanden seien:Oh well Sir, a splendid one. Ein neuer Viehmarkt ist im Bau be-griffen, der eine Anlage von grofsem Umfange, aber ohne besondereBaulichkeiten zu werden verspricht.

In Cork und Waterford sind jene berühmten Schweineschlächtereien,welche die englische Marine versorgen. Die Einrichtungen sind die-

Zum Sengen der Schweine werdenaufser den Dennyschen Patentöfennoch einfachere cylindrische Oefenangewendet. Fig. 1 zeigt den Ver-ticalschnitt.

Innerhalb des gemauerten Cylin-ders von 3 Fuf's 9 Zoll Durchmesserund 3 Fufs Höhe, welcher auf Stützen6 Fufs hoch über dem Fufsboden soangelegt ist, dafs Arbeiter daruntertreten können, steht ein zweiter Cy-linder aus senkrechten Eisenstäbengebildet.

Ein Zwischenboden füllt unten denRing zwischen beiden. Oben ist die-ser Ring offen und ein schräg anstei-gender Blechmantel endet in denSchornstein von 21 Zoll Durchmes-ser. Kohlen- oder Holzfeuer brenntzwischen dem Eisengitter und demMauer-Cylinder. Das Brennmaterial wird durch Thüren in den schrägenMantel eingeworfen, die Asche unten entfernt.

Ueber Rollen geführt hängt eine Kette in dencylindrischen Korb hinab, die am andern Endeüber eine Kurbel geht. Das Schwein wird abge-stoclien, dann mit dem Unterkiefer von dem HakenFig. 2 gefafst und gleitet an der runden Stange b,hängend unter diesem Apparat.

Die Kette a kommt von oben herab und hebtdas Thier vermittelst des Doppelhakens in die Ver-engung über dem eisernen Korbe, wo die heftigecylindrische Flamme die Borsten gleiclnnäfsig undschnell absengt.

Sobald dies geschehen, wird der Körper wie-der herabgelassen und auf der Schiene b in dennächsten Arbeitsraum geschoben.

Nur die Schweine, deren Fleisch zum Pökeln bestimmt ist, werdengesengt, was frisch verbraucht, oder zu längerer Aufbewahrung gesottenund preservirt wird, mufs gebrüht werden, damit es die weifse Schwartebehält.

Fig. 2.

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selben, wie in Hamburg .

Fig. 1.

Paris .

Blatt VIII, IX.

1. Die alten Viehmärkte.

Die Stadt Paris zählt seit der im Jahre 1859 erfolgten Vergröfse-rung des Weichbildes 1,700,000 Einwohner.

Im Jahre 1860 wurden

287,364 Stück Hornvieh,

130,400 - Kälber,

1,407,815 - Hammel,

217,455 - Schweine,

zusammen 2,053,034 Stück Viehüber die Steuergrenze eingeführt.

Sieben Märkte theilen sich in den Handel mit diesem Schlachtvieh.

Poissy und Sceaux versorgen die Stadt mit Rindvieh und Hammeln.Kälber und Schweine werden in St. Germain, Batignolles, auf demMarche de la Chapelle, Marche de la Maison blanche und in der Halleaux veaux am Quai des Bernardins gehandelt.

Diese Märkte, deren Gründung in eine sehr frühe Zeit zurückgeht,sind bis auf St. Germain und Poissy im Besitz der Stadt Paris .

Ihre Anlagen haben in baulicher Beziehung keine besondere Be-deutung. Nur die Stadt Poissy, welche 3 Meilen von Paris entferntan der Bahn nach Rouen liegt, hat noch in neuerer Zeit mit einigemA.ufwande ihren Markt-Platz verbessert.

Nachstehende Skizze Fig. 1 zeigt die allgemeine Anordnung.

Fig. 1.

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Die Grundfläche beträgt p. p. 17 Morgen. Die Einrichtungen ge-statten den Auftrieb von 3000 Stück Hornvieh, 15000 Hammeln und1000 Kälber. Letztere werden unter der Halle (Fig. 2 im Durchschnitt)gehandelt, deren Fufs-boden zur bequemeren Fig. 2.

Verladung um 4 Fufsüber das Terrain er-höht ist. Die offenenRindviehstände sindvon starken Barrieren,

Granit - Pfeiler durchRundeisenstangen ver-bunden, dauerhaft umhegt.

Der Fufsboden der Stände für Hammel ist asphaltirt und mit 25 Zollhohen eisernen Pfählen versehen, um die hölzernen Hürden zu halten,mit welchen Abtheilungen von beliebiger Gröfse hergestellt werden.

Ein grofser Stall bietet Raum für 150 bis 200 Stück Rindvieh.