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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſt XXVIII. Vom Kochen. 67

-.Will die Koͤchin eine gute geſunde Suppe von Tauben ma-chen/ ſo nimt ſie die allergroͤſten/ jedoch junge Tauben/ ſamt ihrer Bruͤhe/ undthut daruͤber gruͤne Erbſen/ Spargen/ oder andere gute Kraͤuter/ nachdeme esdie Jahrs⸗Zeit mit ſich bringet.Will man Tauben unter den Koͤhl ſtechen/ ſo ſolle man dieſelbige am Spieſſe braten/ groſſe Tauben darzu nehmen/ dieſelbige knicken und

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Wann die Koͤchin Tauben fricaſñren will/ ſo ſolle ſie dieſelbige in

fuͤnffoder ſechs Stuͤcke ſchneiden/ wufft ſie mit etwas Speck/ oder Butter/ in

eine Pfanne/ ſiedet ſie hernach mit guter Bruͤhe/ kleinen Zwiebeln/ Wein⸗Eſſig/

und weiſſen Wein/ Gewuͤrtz/ und Pomerantzen⸗Schaalen/ Peterſilien/ und einwenig Timian/ und Majoran. 88

Mantan auch die Taubenin einen Pfeffer einmachen. Dieſeoͤffnet man in der Bruſt/ und macht ſie breit/ braͤtet ſie auff einem Roſt/ ſchnei-det zuvor Schnitte in den Leib/ und Saltz darein gerieben; Unterdeſſen machtman eine Bruͤhe von Wein⸗Eſſig/ und Pfeffer. G

1.- den Tauben macht man auch eine Ollapodrtigo, nachfolgen-der Geſtalt:

Man nimt von Tauben/ auch andern Voͤgeln/ Kalbs⸗und Hammel-Fleiſch/ Speck/ kleinen Wuͤrſtlein/ und andern guten Sachen/ darzu auch gruͤ-ne Kraͤuter/ Spargen/ jungen Koͤhl/ Erdſchwuoͤmme/ und was ſich ſonſten zumSieden ſchicket/ richtet es bekandter maſſen zu/ ſolches alles gieſſet man auff ge-ſchnitten Brod/ mit einer Bruͤhe von Zwiebeln und Eyern/ ſo man will.

Nota. gr 8 Tauben kan man zurichten und braten wie die

erchen.

Die groͤſſere junge Tauben wickelt man in flach⸗geſchnittenen Speck/und windet ſie in ein Weinblat.

Wann ſie aber etwas groͤſſer ſeynd/ ſo ſpicket man ſi/ und aͤſſet die Fuſſe

angen.Paſteten von Tauben zu machen: So nimt die Koͤchin darzu nurdie Kopffe/ Fluͤgel und Maͤgen/ ſetzet es in eine Paſteten 5 dienet nur fürdas Geſinde/ fuͤr Herren oder Gaͤſte aber kan ſie das allerbeſte Gerichte von

Einer Tauben⸗Tarte zuzurichten/ folgender Geſtalt machen:

Den Tarten⸗Boden ſollen ſie von Blaͤtter⸗Taig/ wie wir bey dem Ge-backens deroſelben umſtaͤndige Anweiſung thun wollen/ machen. Her-nach auff ſelbigen Boden das Gehackte/ und daruͤber die jungen Tauben/ſamt dem rohen Kaͤlber⸗Schweder/ Hahnen⸗Kaͤmme/ und Erden⸗Schwaͤm-me/ die zuvor gekocht und gewuͤrtzt ſeyn ſollen* legen/ alsdann ferner 1-2.

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