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Eidsgenoffen gen Zürich gehen, und ihre Kluge anbringen,daß dieselbe abgestellt werde.
Dieser Spruchbrief wurde am 9. Mai 1489 von densieben Ortender Eidsgenossenschaft, als Schiedsrichtern undGewährleistern, untersiegelt.
SS.
Der Schwabenkrieg. Die Eidsgenossenschaftder dreizehn Orte bildet sich.
(Vom Jahr 1490 bis 1500.)
Wenn im Lande einmal die Meinung einer Partei mehr,als die Wahrheit, wenn Gewalt mehr als Recht gilt, dannwenden Freiheit und Frieden den Rücken. Das erfuhr Zürichnach der Hinrichtung des Hans Waldmann. Denn die Stadtverlor durch den Waldmannschen Spruch bei ihren Unter-thanen viel vom alten Ansehen, und ärntete daraus nochmanches Hundert Jahre nachher Verdruß. Die Feinde Wald-manns, nun sie im Rath faßen, und seine Güter eingezogenund verschwendeten, und seine Anhänger verfolgten, hausetenböser und ungerechter, als er .selbst. Gesetzlosigkeit währtelange im Lande. Man hieß diese Regierung den h örnernenRath; Waldmanns Regierung stand dagegen noch silbern.
^Auch in St. Gallen war zur selben Zeit zwischen derStadt und dem Abte die böse Zwietracht wieder los. Alsdieser zu Rorschach auf eigenem Grund und Boden ein neuesKloster bauen wollte, wurden darüber die Bürger St. Gallensaufgebracht. Rüstig traten ihnen die Appenzeller bei, niedes Abtes Freunde; selbst die Gotteshausleute wandten sichauf die Seite der Bürger. Das Kloster ward geschleift. Daschrie der Abt zu den vier Schirmorten feines Gotteshausesum Hilfe, und es kamen Zürich und Luzern und Schwyznnd Glarus, und stifteten Ruhe durch Waffengewalt (1490).