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Des Schweizerlands Geschichte für das Schweizervolk / von Heinrich Zschokke
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zehntausend Mann ihrer Krieger nach Italien zu Hilfe schick-ten. Als sie jedoch (20. April 1522) dreitausend der Ih-rigen bei Bicocca verloren hatten, als (im I. 1524) vonbeinahe fünszehntausend Andern, die in die Lombardei gezo-gen waren, kaum viertausend zurückkehrten, als die Schwei-zer endlich in der Schlacht bei Pavia (24. Februar 1525),wo der König selbst Gefangener des Kaisers ward, sieben-tausend Mann einbüßten, verlor sich bei ihnen gemach dieSucht nach italienischen Kriegen.

31 .

Wie die kirchliche Trennung der Schweizerden Anfang nimmt.

(Vom Jahre 1519 bis 1527.)

Die Lohnfeldzüge in die Lombardei, oder nach Neapel,nach Frankreich, nach Piemont, und wohin sie sonst nochfür Mieth und Gaben gethan worden sind, haben auch guteWirkungen gehabt. Der vermehrte Kriegsruhm brachte frei-lich dem Lande geringen Nutzen, und die Eroberung deritalienischen oder ennetbergischen Vogteien, mehr Schaden,als Vortheil. Denn die Eidsgenossenschaft ward weder durchBesitz jener kleinen Landstriche, noch durch vermehrte Zahlihrer Unterthanen, gegen die Macht ausländischer Fürstenstärker und sicherer, wohl aber durch innern Streit über dasgefährliche Gut schwächer, und durch Schmach des Ahmter-verkaufs, der schlechten Verwaltung, der Übeln Gcrechttgkeits-pflege tadelvoll in aller Welt. Am meisten gewannen geld-gierige Kriegshauptleute und Landvögte. Einzelne Familienfreilich wurden reich; die Unterthanen arm und verwildert.

Der bessere Gewinn aus jenen Feldzügen war, daß dieEidsgenossen nach großen Verlusten und Opfern endlich er-kannten, es sei nicht gut für sie, die Hand in fremden Hän-