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Des Schweizerlands Geschichte für das Schweizervolk / von Heinrich Zschokke
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würfen. Mit den Häuptern von Uri, Schwyz, Unter-walden, Neuenburg und Wallis wurde engeres Ein-verständnis gepflogen. Denn dieselben hatten, nebst Basel,schon gegen den Vertrag der sieben größern Kantone überGewährleistungsart der eignen Staatsvcrsassungen, feierlicheMißbilligung und Verwahrung ausgesprochen. Als nun,wie längst, in der Eidsgenoffenschaft der Ruf lauter ward,auch die Gebrechen des Bundesvertrags von 1815 zu ver-bessern, weil er weder den Grundgesetzen der meisten Kantone,noch den Bedürfnissen eines Bundesstaates zusage, lud Baseljene befreundeten Stände zu einer Zusammenkunft, um ge-meinschaftlich großeMaßregelnzuergreifen. Alle,nurWallisnicht, weil von innerer Zwietracht gehemmt, erschienen ambestimmten Tage (14. Rov. 1832) zu Sarnen tn Obwal-den. Hier wurden sie Rathes einig, und beschlossen: fest zuhalten am unveränderten Bund von 1815; daher weder Basel-landschaft, noch die äußern Bezirke von Schwyz, als eigneGemeinwesen, anzuerkennen; und/ wenn Abgeordnete der-selben einer Tagsatzung beiwohnen würden, keine Gesandtenzu schicken.

Wie nun im März des Jahrs 1833 die Tagsatzung tnZürich versammelt ward, um die Berathung über einen neuenÄundesentwurs, der schon in Luzern begonnen war, zum Zielzu führen: erschien kein Gesandter von den Ständen jenesSarnervereins. Sondern dieselben saßen zu Schwyz bei-sammen, wie Genossen eines besondern Bundes; hießen dieTagsatzung eine ungesetzliche Versammlung, und verkündeten,daß Stadt Basel und Neuenburg, die Kantone Uri undUnterwalden nebst dem Bezirk Schwyz, wenn schon alsbloße Minderheit, sich nicht den Beschlüssen der eidsgenössischenMehrheit unterziehen würden.

Diese Kühnheit, welche unter dem Vorwand, am Buch-staben des bestehenden Bundes treu zu halten, ihn thatsäch-lich brach, erzeugte in Zürich unter den Boten der eid-genössischen Stände wohl unwilliges Erstaunen, aber keinen