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durch alle Gaue. Von angesehenen Männern berufentraten Volksgemeinden zusammen; zuerst inFlawyl, Kan-tons St. Gallen, dann- gleichzeitig und unter nie gesehenemZudrange von Bürgern fast aller Landesgegenden zu Woh-lenschwyl im Aargau, zu Reihen im Kanton Luzern,zu Wiedikon bei Zürich und zu Münsingen, KantonsBern. Viele Tausende und darunter die Edelsten der Eid-genossen forderten hier einmüthig Wahrung der Schweizer-ehre von der Tagsatzung. Diese, erhoben durch solchenbegeisterten Volkszuruf, erwiderte die französische Notewie es Vorstehern ziemt, denen Unabhängigkeit ihres Vater-landes als unantastbares Heiligthum gilt. Nur die Sarner-kantvne, zu denen sich auch die vorörtliche Regierung Bernsschwankend neigte, stimmten zu unterwürfiger Nachgiebigkeit.
Nach wenigen Tagen schürte ein anderes Ereigniß dieGluth des gerechten Zornes wider Montebello zu neuenFlammen an. Derselbe hatte vom Vororte gegen einenFranzosen, Namens Conseil, als Verbündeten des Kö-nigsmörders Fieschi und gefährlichen Flüchtling, die Aus-weisung verlangt. Conseil wurde darauf in Nidau ver-haftet (10. August). Da ergab sich aber aus aufgefun-denen Papieren und erhobenen Verhören, daß er, im Wider-spruch mit jener Anklage, ein geheimer Kundschafter Frank-reichs sei,, zur Belauschung anderer Flüchtlinge ausgesandt.Noch kürzlich hatte er von der Kanzlei des Botschafters,selbst Geld und Paß unter falschem Namen zu jenem Zweckeerhalten. Rasch verbreitete sich die Nachricht eines so un-ehrenhaften Verfahrens. Jeder erkannte darin Verhöhnungdes völkerrechtlichen Verkehrs. Die Tagsatzung selbst nahmdie Sache an die Hand. Ein Gutachten der TagesbotenKeller von Zürich und Monnard von Lausanne, dieRänke furchtlos enthüllend, fand in der Schweiz wie inFrankreich zahlreiche Verbreitung. Hier wie dort erregtees Entrüstung. Selbst in der Kammer der Abgeordnetenzu Paris wurden die Minister darüber zur Rede gestellt.