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Bibliographie der Schweizergeschichte, oder systematisches und theilweise beurtheilendes Verzeichniss der seit 1786 bis 1851 über die Geschichte der Schweiz, von ihren Anfängen an bis 1798, erschienenen Bücher : ein Versuch / von Dr. G.R. Ludwig von Sinner
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mal in Weitläufigkeit auszuarten und sich auf Dinge auszu-breiten , welche zur Vollständigkeit selbst nicht nöthig waren.Abtheilungen sind bei ihm nicht seilen , die durch einen hartenUebergang verbunden werden; Züge in einzelnen Darstellungen,die sich nicht ordentlich reihen. Sein Vortrag wechselt nichtgenug und ist zuweilen höher als er sollte; nähert sich auchzu sehr dem Dichterischen dadurch , dass er, rein darstellend,Sagen in einer Reihe mit dem Wahren, und ohne sie als Sagenzu bezeichnen, vorbringt. Endlich ist die Sprache nicht immerganz edel, manchmal üppig, anderswo steif, herb, schrofl' undsogar finster.«

Nun die Entschuldigung: »Allein, theils erscheinen die mei-sten dieser Mängel, wie an Helden, als der Preis, um welchenhohe Tugenden erkauft werden, welche, stark anstrebend gegenherrschende Fehler, sich des Heftigen nicht erwehren, nichtzu der Mässigung, in welcher das Vollkommene wohnt, gelan-gen können; theils aber muss die Bewunderung des Mannes,wenn sie durch den Anblick des Unvollendeten in seinem Werkesinken möchte, an der Erinnerung des mannigfaltigen Hinder-nisses, mit welchem er sein Leben lang zu kämpfen hatte,sich wieder hoch aufrichten. Denn nicht ein vergnügter Wan-derer, wie Herodot , noch, wie Thucydides, in würdevollerMüsse, noch ausruhend, wie Xenophon, von einem Ihaten-reichen Leben, noch in Ehrenstellen ohne Mühe, wie Tacilus,nicht einmal in Humes und Robertsons bescheidener Unab-hängigkeit; viel umgetrieben, viel geplagt, sehr lang an klein-liche Beschäftigungen angekettet, hat er Zeit und Kraft dennochgewonnen, ein Werk solches Umfanges und Gehaltes hervor-zubringen.« Soweit Roth, S. 4244. Als Belege zu dieserEntschuldigung verweisen wir bloss auf die oben angegebenenData von Müllers Leben , und noch besonders auf seine An-merkung zur Zuschrift des ersten Bandes, Mainz 1786, S. XL1X,wo die an sechs unterschiedenen Orten in vier Jahren ge-schehene Ausarbeitung der Capitel der zwei ersten Bände genauangegeben wird.

An Roth reihen w ir noch das Uriheil von J. Dtichelet , Ili-stoire de France, B. 5, S. 243 und 244: »Toute cette rüde hi-sloire a ete obscurcie en bien des points par les deux grandshistoriens qui Font ecrite au seiziüme et au dix-huilieme siecle.Lhonnete Tschudi, dans sa parlialite naive, a recueilli rel.-

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