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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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690 Claſſ XXVIII. Vom Kochen.

a er nur kuͤrtzl ich nachfolgende ſetzen/ und hierinn der Koͤchin nichts vorgeſchrie-ben haben. 3

8 1. Ehe man die Krebſe ſiedet/ ſolle man denſelbigen zuvor das Gedaͤrme/ſo in dem Schwa nt anhaͤnget/ herauß ziehen/ nemlich/ ma ndrehet den mittel-ſien Schuppen des Schwantzes/ an deme das Gedaͤrme haͤnget/ um/ ziehet esalſo darmit herauß 11.

2. Hernach ſiedet man dieſelbige mit halb Wein und halb Eſſig/ darzuSaltz/ Pfeffer und Kuͤmmel/ und richtet ſie trocken an/ leget ſie in der Schuͤſſelzierlich/ alſo/ daß die Schwaͤntze in die Mitte der Schuͤſſel/ die groſſen vordernScheeren/ ſamt den Koͤpffen/ heraußwaͤrts geleget/ gleich ſam als wann dieſelbewieder auß der Schuͤſſelkriechen wollten/ und ſtreuet friſches Peterſilien⸗Krautdarauff, deckt ſie mit einer Schuͤſſel zu/ darauff eine kleine Schuͤſſel mit Eſſigund Pfeffer/ teaͤget ſie alſo zu Tiſch.

Nota. Damit aber unſere Koͤchin auch ein feines Kunſt⸗Stuͤcklein/ wie

man nemlich allezeit vollkommene/ ſuͤſſe und annehmliche Kreb-

ſe in der Kͤchen haben koͤnne/ wiſſen moͤge/ als wollen wir dero-

ſelbigen ſolches hiermit communiciren/ damit wir etwas an

ſolchen Krebſen auff dieſem Meyerhofe uns mit der Zeit ſelbſten

ergoͤtzen moͤchten: Die gantze Kunſt beſtehet aber nur in dieſem

wenigem/ daß ſie die Krebſe ohngefehr einen halben Tag lang/

oder auffs aͤngſte uͤber Nacht in einer friſch⸗gemolckenen Milch

ſolle laſſen waiden und umkriechen/ hernach herauß genom-

dus /und obbeſagter maſſen mit halb Waſſer und Wein ab-geſotten.

3. Ein ander zierliches und gutes Eſſen von Krebſen/ kan dieKöͤchin nachfolgender Geſtalt machen: 1b

Wann die Krebſe obbeſagter maſſen abgeſotten worden/ ſoziehet manih-nen die gantze Schale ab/ ſo wohl unten als oben/ laͤſſet an dem mittlern Coͤr-per den Schwantz/ und vornen beyde Scheeren/ welche/ weil man ſie nicht wohlabziehen kan/ nur auffbeyden Seiten auffgeſchnitten werden ſollen/ leget ſelbi-ge tyocken in eine Schuͤſſel/ alſo/ daß die Schwaͤntze alle in die Mitte/ unddieScheeren gegen dem Ranff der Schuͤſſel herauß gewendet ſeyen/ macht her-nach einegute Butter⸗Bruͤhe/ mit Mußcat⸗Bluͤhe/ Saltz/ und anderm Ge-268 8n klein⸗geſchnittenen Peterſilien daruͤber/ traͤget ſie hernach warm

4. Will die Koͤchin eine Krebs⸗Suppe machen: Soziehet ſiedon denen geſottenen Krebſen die groſſe Schale ab vom Ruͤcken/ macht her-nach ein Fleiſch⸗Gehacktes/ und fuͤllet darmit die groſſe abgezogene Schale/hernach nimt ſie das Krebs⸗Fleiſch auß den Scheeren und anmacht