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Einleitn n g.^
Aene engeren Verhältnisse waren zwar im Ganzen eineFolge der fortschreitenden Cultur, die zwischen benachbar-ten Staaten immer mehrere Berühiungspuncte erzeugenwird; jedoch setzten sie gewisse Centralpuukte eines gemein-schaftlichen Interesse voraus. Diese fanden sich - 2» den
Streitigkeiten über Italien, b. 2« den Religivnshändeln seitder Reformation; o. in dem Bedürfniß der Vertheidigunggegen die Türken; ä. in dem allmählig immer wichtigerwerdenden Handel mit den Colonien und, dem daraus her-vorgehenden mercantilischen 2nteresse überhaupt. — Daauch zu dem Allen e. die so sehr erleichterte Commu-nication durch Buchdruckerey und Posten kam, bil-deten sich die Völker des christlichen Europas gleichsammoralisch zu Einer Nation, die nur politisch getrenntwar.
6. Das Europäische Staatensystem war un-geachtet seiner innern Verschiedenheit bis auf dielehre Periode herunter doch ein System herr-schender Monarchien, worin die Republiken,nur die der vereinigten Niederlande etwa ausge-nommen, die sich allein zu einem beträchtlichenGrade von Macht erhob, gleichsam nur tolerirtwurden. Dieß herrschende Uebergewicht der Mo-narchien bestimmte am meisten den Geist der Po-litik. Es hatte die Folge, daß n. die Nationenselber wenigem Antheil an den öffentlichen Angele-genheiten nahmen. Mächtige Volköpartien, unddie durch sie erregten Stürme, wie man sie in dengroßen Republiken des Alterthums sieht, würdengänzlich fremd geblieben seyn, wenn nicht die Re-
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