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Handbuch der Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Colonien, von der Entdeckung beyder Indien bis zur Errichtung des Französischen Kayserthrons / von A.H.L. Heeren
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24 I. Per.!. Th. Gesch. d. südl. Eur. Staatensyst.

z. Italien ward gegen das Ende des r;.Jahrhunderts das Ziel der Eroberungen, und darLurch der Mittelpunkt der Europäischen Politik.Wenn der innere Zustand dieses Landes dazu geschicktwar, die Eroberer zu reizen; so war er es nichtweniger, die einmal angefangenen Händel zu unter-halten. In einem so zertheilten Lande fehlte esnicht an Stoff zu innerm Streit; und wie konntedieser den Fremden es an Gelegenheit zur Einmi-schung fehlen lassen, seitdem sie einmal Theil ge-nommen hatten? Wie unbedeutend daher auch oftdie Händel der Italiänischen Staaten für das Gan-ze scheinen mögen, so sind sie es doch keineswegeö.Diese kleinen Räder waren es, die das große Trieb-werk der Europäischen Politik damals am meistenin Bewegung setzten und erhielten.

4. Schilderung des politischen Zustandes desdurch Wissenschaft und Kunst herrlich aufblühendenItaliens um diese Zeit. Schon seit mehr als Ei-nem Jahrhundert war es gleichsam eine Welt fürsich, sowohl in Rücksicht seiner Politik als seinerCultur. Im Genuß der Unabhängigkeit bildetenseine Staaten ein System, in welchem sich mitdem Streben zur Aufrechthaltung des Gleichge-wichts auch eine verfeinerte Politik ausgebildet hat-te, die aber, besonders seit dem Tode des großen

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