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Handbuch der Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Colonien, von der Entdeckung beyder Indien bis zur Errichtung des Französischen Kayserthrons / von A.H.L. Heeren
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l. H.i.Händ.uStteit.üb.Ital.I494-ILI5. 25

torenzo von Medicis immer mehr in einen 14?»4- bloß arglistigen Egoismus ausartend, bald sich stl-ber stürzte. Die Hauptglieder dieses Systems wa-"n das Herzogthum Mayland und die Republik)t Venedig im Norden; die Republik Florenzr, und der Kirchenstaat in der Mitte; und dasS Königreich Neapel im Süden.

^ 1. Das Herzogthum Mayland, zu dem damahls auch

i- nicht nur Parma und Piacenza, sondern auch Genua

^ gehörte, war deutsches Reichslehen; aber seit dem

Aussterbcn des Mannsstamms des Hauses Visconti 1450im Besitz des Hauses Sforza, aus dem nach dem Tode»c des Stifters Franz Sforza 1466, und der Ermor-

, düng seines Sohns Galeazzo Maria 1476, dessen

^ Sohn, der schwache Johann Galeazzo, unter der

st Aufsicht seines herrschsüchtigen Oheims Ludwig MoruS

n regierte, der ihn endlich 1494 verdrängte.

2. Die Republik Venedig hatte auf dem Contiuentvon Italien bereits alle ihre nachmaligen Besitzungen ac-§ qnirirt, ohne der Hoffnung zu entsagen, noch mehr zu

erlangen. Ihre erblichen Vergroßcrungspläne waren ge-gen Nomagna (das sie meist inne hatte) und Maylandi- gerichtet. Bis zum vollen Besitze des letzter» reichten kaum

^ selbst die kühnsten Wünsche des Senats; aber die einmal

fest gewurzclten Projekte wurden mit aller der Schlauheitk und Beharrlichkeit verfolgt, deren nur eine solche Aristo-

t, craten-Politik fähig ist. Wo galt damals nicht Venedig

^ für den Meister in der Staatskunst?

!5 z. DaS pab stliche Gebiet war nicht nur im Norden

noch sehr unbestimmt, sondern auch die, noch wenig ze-brochne, Macht der großen Familien in mehreren Städten^ machte diese Herrschaft noch schwankender. Die Päbste selbst

^ Bs stan-