i6o I.Per. I. Th. Gesch. d. südl. Eur. Staatensyst.
(A. S. Stumpf) Diplomatische Geschichte der teutschen Li-guc, i», iften Jahrhundert. Mit Urkunden. Erfurt. > 8 cx>.8 . Einer der wichtigsten Beyträge zur kritischen Geschichtedieses Kriegs.
9. Für die Verlängerung des Kriegs war abervon Kayserlichcr Seite schon außerdem gesorgt. DieVerweigerung der Restitution des unglücklichen Fric-de-rich'S, und selbst der Verkauf seiner Obcrpfal;an Bayern, mußte bey den übrigen Fürsten ge-rechte Besorgnisse erregen. Allein als es endlichden Jesuiten gelungen war, das RestitutionS-
*y^edicl von dem Kayser nicht nur zu erpressen, son-Hern auch auf die empörendste Weise ausführen zulassen, sahen selbst die Catholischcn Stände mitMißbilligung es ein, daß kein Friede werden konnte.
Das Restitution sedict enthielt die zwcv Hauptpunk-te: daß I. zu Folge des Itelervritiim Lcclelialticum (s.oben S.78.) die seit dem Passauer Vertrage eingezogenengeistlichen Güter restituirt; und 2. der Religionsfriede,(dem man nicht entgegen zu bandeln das Ansehen habenwollte,) nur auf die Augsburgischen Confesstons - Verwand-ten — nicht auf die Reformirtcn — ausgedehnt seyn sollte.Was blieb, kann man fragen, in diesem Falle noch denProtestanten übrig? Aber die Art der Ausführung durchÄ. Erccutionstruppcn erbitterte fast noch mehr als dasEdikt selber.
10. Je mehr aber das Glück des HausesOestreich stieg, um desto thätiger wußte die aus-wärtige Politik ihm Attgegen zu arbeiten. Von
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