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Handbuch der Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Colonien, von der Entdeckung beyder Indien bis zur Errichtung des Französischen Kayserthrons / von A.H.L. Heeren
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o. 2 . Verälid. d. übr. Hptst. d. w.Eur.- 166 v. »87

ton vortbcilhaftcn Frieden; der andere war mehr mit Po-len als Ungarn beschäftigt. Die Religion sverhält-nisse erhielten aber in Ungarn eine beständige Gährnng;da die Jesuiten ihre Projecte gegen die Protestanten mirdenen des HofeS vortrefflich in Verbindung zu setze»wußten.

io. In dem Türkischen Reiche zeigten sichschon in diesem Zeitraume die Erscheinungen, wo-mit der innere Verfall der großen Monarchien desOrients beginnt; unfähige im Serail erzogene, Herr-scher; Uebermuth der Ianitscharcn die den Thronbesehen; Empörungen übermüthiger Statthalter.

Da jedoch die persönliche Kraft bey einem Barba-ren-Volk nicht erstirbt, so bedarf es nur einesHerrschers, wie Amurad IV. es war, um es bisfurchtbar zu machen. Aber auf das EuropäischeStaatensyftem suchte er, zum Glück für Oestreichund Deutschland, keinen Einfluß, denn seine Er-oberungspläne waren gegen Persicn gerichtet. Undwenn gleich sein Nachfolger Ibrahim den langwie-rigen Krieg gegen Candia begann, das erst seinSohn Mahomed 1668 den Venezianern entriß,so war es doch erst die Theilnahme an den Sieben-bürgischen Händeln, welche die Türken wieder in ^7dem folgenden Zeitraum ihren westlichen Nach-barn gefährlich machte.