214 I.Per. II.TH.Gesch. d. nördl. Staatcnsysi.
6. Durch diesen und durch den WestfälischenFrieden war die Uebermacht Schwedens im Nor-den allerdings so groß, daß es nur von dem per-sönlichen Charakter seiner Könige abzuhängen schien,welchen Gebrauch sie davon machen wollten. Un-ter der Selbst-Regierung Christinen's, derenauswärtiger Einfluß seit dem Westfälischen Frie-den sich fast bloß auf fruchtlose Unterhandlungen^^beschränkte, war keine Gefahr zu besorgen; allein1^0 als sie die Regierung ihrem Vetter Carl Gustavübergab, änderte sich die Lage. Schon früher zumFeldherrn gebildet, und voll Ehrgeiz und unruhigerThätigkeit, bestieg der neue Pyrrhus den Thronmit Eroberungsentwürfen, die allen Frieden imNorden, so lange er lebte, unmöglich machten.
i6zz 7. Neuer Krieg mit Polen, weil KönigJohann Casimir ihn nicht anerkennen, undseine Ansprüche auf Schweden nicht aufgebenwollte. Die außerordentlichen Fortschritte gegen1654Polen, (das auch außerdem mit Rußland wegender Cosacken in einen unglücklichen Krieg gera-then war), wodurch das ganze Reich nur eineSchwedische Provinz werden zu sollen schien, weck-ten aber in gleichem Grade mehr die Theilnahmeder Machbaren, je größere und kühnere EntwürfeCarl Gustav machte, die, zunächst auf die Ver-nicht