Vonkudw XlV.bisFnedr.d. Gr.--1786. 227
dadurch seinen Umfang. Wenn das Gewebe derpolitischen Verhandlungen dadurch um vieles dich-ter werden mußte, so war die Verflechtung derPersönlichkeiten in die Politik vielleicht die verderb-lichste Folge, weil die kleinlichen Leidenschaftender Regenten und ihrer nächsten Umgebungen nurzu oft durch ungünstige Gesandtschaflöberichte auf-geregt wurden, die selbst Kriege herbeyführten undverlängerten. Dagegen bestimmte das Gesandt-schaftswesen am meisten die Formen der auswär-tigen Politik; und wer in der Beobachtung dieserFormen etwas mehr als leeres Ceremonie! steht,wird nicht anstehen, seinen Werth auch darnachzu würdigen.
Zwar gründete schon Ferdinand Catholicus dasHalten stehender Gesandtschaften, aber nur an einzelnenHöfe». Erst seitdem die Französische Politik unter LudwigXin. und XIV. fast ganz Europa umfaßte, erweiterte sichauch das Gesandtschaftswesen; und mit der Erweiterungbestimmte sich auch das Ceremvniel.