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II. Periode.
y. Wenn gleich in dieser Periode öftere Ver-suche gemacht wurden, durch die Zerstörung despolitischen Gleichgewichts den Principal ei-ner einzelnen Macht in Europa zu gründen; sowurden diese doch immer vereitelt; und ihre Ver-eitelung trug natürlich dazu bey, dasselbe destomehr zu befestigen. Die Seemächte wirkten dazuin diesem Zeitraum noch weit mehr als in dem vo-rigen; da ihr Interesse die Aufrechrhaltung dessel-ben erforderte, und das auf Handel und Coloniengelegte Gewicht ihren Einfluß entscheidend machenkonnte. Für große Eroberungen paffen auch ste-stende Heere nicht; sie beschränken sich durch sichselbst. So blieb das Staatensystem von Europa,bey aller noch so großen Ungleichheit seiner Glie-der, doch ein System selbstständigcr und unabhän-giger Staaten.
is. Die Verhältnisse zwischen den Staatenwurden aber in diesem Zeitraum noch viel engerdurch die Ausbildung, welche das Gesandt-schaftswesen erhielt; die natürliche Frucht einesStaatensystcms, wo nicht Machtspruch, sondernUnterhandlung gilt. Die seit Richelieu herrschendgewordene Sitte der großen Höft, beständigeGesandtschaften selbst an kleinern zu halten,ward von diesen erwiedert, und das Ganze erhielt
dadurch