^ Staatshandel in Europa r66i -1720. 251
Schöpfung im Innern ward auch nach außen zuMerklich; und Colbert hatte keine Zöglinge gebildetWie Turcnne!
Die entsetzlichen Verheerungen der Pfalz 1688 und iü8y,womit der Mordbrenner Louvois (-f 1691,) die Grenzendecken wollte, waren sie nicht schon Beweise von dem Ge-fühl der Schwäche im Innern? Auch konnten die Fran-zosen nie beträchtlich über den Rhein vordringen, zumalseitdem ihnen seit iüyz der tapfere Prinz Ludwig vonBaden gegenüberstand. — Hauptschauplatz in den Nieder-landen, wo Lnremburg i.Jul. rüyo den Sieg bey Fleu-rus; z. Aug. iSyr den bey Steenkerken; und sy. Juliiüyz den bey Necrwinden (Landen), letztere beyde überWilhelm m., erfocht; und Namur und mehrere Fe-stungen einnahm. Doch hielt der Oranier, oft besiegt,aber nie bezwungen, ihm Stand; und was Luremburgnicht vermochte Jan. 1695), wie vermochte es seinNachfolger Villerop?— In Italien: Kampf zwischenCatinat und Victor Amadeus ll. von Savoyen.Sieg Catinat's bey Staffarda 18. Aug. iüyo und EinnahmeSavoyens, und iüyi eines Theils von Piemont. Siegbey Marsiglia 4. Ort. iüyz, worauf schon geheime Unter-handlungen des Herzogs mit Frankreich begannen. — DerKrieg an den Grenzen von Catalonien war lange Neben-sache, endigte aber 1697 mit der Eroberung von Barrels»ua. — Der Seekrieg, anfangs durch Tourville's Siegbey Dieppe lo. Jul. 1690. mit Glück von Frankreich be-gonnen, war mit dem Project einer Landung in Englandund Irland zu Gunsten Jacob's II. verbunden. Dieletztere, zwar von Frankreich ausgeführt, aber schlecht un-terstützt, ward vergeblich durch den Sieg Wilhelm'sam Bovne Flnß n. Jul. iüyo; die erstere ward vc-.eiteltdurch den Seesieg der Britten bey la Hvgue 29. Mayiüy2, der ihnen die Ueberlcgenheit für die Folge sicherte.— Auch nach Ost- und Westindien verbreitete sich der
Krieg