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Handbuch der Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Colonien, von der Entdeckung beyder Indien bis zur Errichtung des Französischen Kayserthrons / von A.H.L. Heeren
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255
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r. Staatshändel in Europa r 66i -1700. 255

Hauptformen. Sie gieng hervor aus der Rivali-tät mit Frankreich; die, vorbereitet durch die Han-delseifersucht unter den Völkern, durch WilhelmIII. dauernd gegründet ward. Zu schwach, umals Landmacht Frankreich gegenüber zu stehen, schloßes sich an die zweyte Landmacht des Contim-ms,an Oestreich, an; und so lange auch noch Habs-burger in Spanien herrschten, natürlich zugleich andieses. Die enge Verbindung mit den Niederlan-den war eine Folge der Thronbesteigung Wilhelm'sIII.; in Italien lernte man schon jetzt die Wich-tigkeit des Herzogs von Savoyen schätzen; und indem Deutschen Reich konnte es nicht leicht an ein-zelnen Verbündeten fehlen.

Zo. Während aber jene Kriege den Westenvon Europa erschütterten, tobten nicht geringereStürme im Osten. Die Türkengefahr warnoch fast nie so drohend für Deutschland geworden,als in diesem Zeitraum; wo das Schicksal vonWien auch das seinige entscheiden zu müssen schien.Die Streitigkeiten über Siebenbürgen, die Oestrei-chische Tyranney in Ungarn, ließen es hier denTürken an Anhängern nicht fehlen; und wenn siegleich in regelmäßigen Schlachten der DeutschenTaktik unterlagen, so fanden sie doch einzelne An-führer, die es einsahen, was mit großen Massen

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