Von l66r bis I7OO. 291
gemeinschaftlichen Centralpuntt der Politik gebildethätte; wäre dieß nicht in einem gewissen Gradedurch die Cosackenunruhen geweckt. DieseStreitigkeiten waren theils an sich von Wichtigkeit,da sie über die Herrschaft der Ukraine und ihrerstreitbaren Bewohner entschieden; theils sehr umfas-send, da die Lage dieses Landes die Theilnahme al-ler Grenznachbaren, der Russen, Polen, der un-ter Türkischem Schuß stehenden Tartaren und derTürken selber, fast unvermeidlich machte. — Fort-gang des durch sie veranlaßten Kriegs zwischen Polenund Rußland (s. oben S. 214.). Der Krieg,meist unglücklich von Polen geführt, endigte durchden Waffenstillstand zu Andrussow, durch den dieCosacken zwischen Russen und Polen getheilt blieben.
Die Cosacken, entstanden aus der Mischung freyerRusse», Polen und Tartaren, in Podvlien und Volhynien(Ukraine), zu beyden Seiten des Dniepcrs, waren seitdem izren Jahrhundert Polnische Schntzverwandte. Ste-phan Bathori macht sie 1576 durch eine militairische Or-ganisation zur trefflichen Vormauer gegen Türken und Lar-taren. Aber der Druck Polnischer Magnaten, verstärktdurch Religionshaß, brachte sie zum Ausstaube unter ih-rem Hetman Chmelnizki, seit 1648, der, wenn gleichgestillt, doch 165t erneuert, sie zur Unterwerfung un-ter Rußland bewog 6. Ju». 1654. Dadurch VerflechtungPohlens in den Krieg mit Rußland, während auch derKrieg mit Schweden (§.214 .1 noch fortdauerte; und auchbald Gefahr eines Lürkeukrirgö, da ein Theil der Cosackensich der Pforte unterwarf. So sah sich Polen zumStillstände zu Andrussow genöthigt auf iz Jahre, zo.
T - Jan.