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Handbuch der Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Colonien, von der Entdeckung beyder Indien bis zur Errichtung des Französischen Kayserthrons / von A.H.L. Heeren
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Staatshandel in Europa 1720-174^. Zr?

lich; und Erhaltung des Utrechter Friedens wardeine der schwersten Aufgaben für die Politik.

21. Die Folgen, welche dieser Krieg und dieFriedensschlüsse, die ihn beendigten, für das Staa-tensystem Europas hauen, waren gleich mannichfal-tig und wichtig. Indem die Spanische Monarchieeinem Zweig der Bourbons blieb, fiel jene alteRivalität zwischen Frankreich und Spanien, dieEuropa so viel gekostet hatte, weg. Aber die Fol-ge zeigte auch bald, daß die Bande der Verwandt-schaft keineswegs eben so feste Bande für die Po-litik find. Die gefürchteten Folgen für das Gleich-gewicht von Europa zeigten sich nicht; allein frey-lich war auch Frankreich so tief erschöpft, daß selbstdie engste Verbindung mit Spanien kaum hätte Be-sorgnisse erregen können.

22. Die Trennung der Nebenländer von Spa-nien wurde für das Staatensystem Europas beson-ders dadurch wichtig, daß dessen Niederlandean Oestreich kamen. Fortdauernd das nächsteZiel der Eroberungen Frankreichs, ward eS eineder herrschenden Maximen in der Politik, daß ihreErhaltung das Interesse Aller, und die Bedingungder Aufrechthaltung des Gleichgewichts sey. Hiengnicht auch davon das Schicksal der Republik, des

Deut-