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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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802 Claſſ. xxx. Vom Confeet und Zuckerwerch.

biß daß 9. Waſſer einſiedet/ ſeyhet ihn alsdann durchein reines zartes wuͤl-lenes Tuch.

Sonſten nimt man auch das Weiſſe von einem Ey/ klopffet ſelbiges wol/ſchuͤttet hernach ein wenig Waſſer daran/ thut ſelbiges in den Honig/ ſiedetund ſchaͤumet es/ aͤſſet es kalt werden/;achdemes durchgeſiehen worden.

Will man den Honig ohne Feuer ſchaͤumen/ ſo beſſer/ als voriges ſeynſolle/ ſothut man den Honig in ein weites verglaͤſtes Geſchirr/ deckt denſelbigenfleiſſig zu/ ůber den dritten oder vierdten Tag deckt man ſolchen wieder S;nimt den Schaum oben mit einem Loͤffel herab/ ſo wird es beſſer/ wie oben ge-meldet.

1II. Die Probe des Honigs betreffend/ haben wir bereits droben inder XXII. Claß darvon etwas Anweiſung gethan/ vornemlich aber ſolle derſel-bige zuunſerm Vorhaben ſchoͤn durchſichtig/ Gold⸗farb und glatt ſeyn/ auch ſoman denſelbigen uͤber ſich ziehet/ einen feinen langen Faden machen/ der anein-anderverbleibet/ und im Fallen kein Geraͤuſche giebet.

Nachdem nun der Honig/ vorbeſagterLehr nach/ gereiniget und gelaͤutert/ſo werden in demſelbigen/ ſo wol zur Kuͤchen/ als Artzney/ vornemlich folgendeSachen eingemacht:

1. Quitten in Honig einzumachen.

Man nimmt der allerſchoͤnſten und zeitigſten Quitten/ nicht friſch vondem Baum/ ſonderndie ein wenig gelegen ſeynd/ ſchneidet hernach jede in etlicheTheile/ als 4.5. 6. je nachdem die Quitte groß/ das Steinichte und den Kernthut man heraus/ die geſchnittene Stuͤcke thut man alsdannin einen Keſſel/gieſſet klares Waſſer daruͤber/ und ſetzet es zum Feuer/ laͤſſet es ſo lang ſieden/biß daß ſie weich/ gieſſet alſo das Waſſer darvon/ leget die Stuͤcklein auff einſauber Papier/ beſteckt dieſelbige mit aͤgelein/ Zimmet/ Muſcat⸗Bluͤhe/ undEitronen⸗Schnitze/ alsdannferner in geſchaͤumten Honig/ ſo zurechter Dickegeſotten/ eingemacht.

Nota. Man macht auch bißweiln unter die Quitten wol⸗zeitige Schle-hen/ laͤſſet ſie mit einander ſieden/ giebet gar ein gutes und lieb-liches Conſect/ darzu thut man auch voriges Gewuͤrtz/ ſo iſt esgeſund/ und gut zum Magen.

2. Weichſeln in Honig einzumachen.

Man nimmt Honig/ nachdem man viel oder wenigeinzumachen in Wil-lens hat/ thut darzuein wenig Waſſer/ laͤſſet es mit einander ſieden/ biß daß esein wenig dicklicht wird/ faͤumet es im Sieden wolab/ thut hernach die abge-I in ein Faͤßlein/ und ſchuttet den gelaͤuterten Honig(ſo zuvorexkaltet ſeyn ſolle/ daran/ aͤſſet es alſo ſtehen/ biß daß man es braucht.

Nota.