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Die technische Bildung im Kaiserthume Oesterreich : ein Beitrag zur Geschichte der Industrie und des Handels / von Dr. Herm. Ign. Bidermann
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An die Stelle zielloser Ansänge und unklarer Borstellungen warenscharf markirte Forderungen getreten und man wünschte Realschulen nichtder „Weitläufigkeit" willen, die darin etwa zu erlangen wäre, sondernzunächst der technischen Kenntnisse halber, zu deren Aneignung dadurchGelegenheit würde geboten sein

Man bedachte, daß ja Stadt und Land nicht bloß „lateinischeLeute," sondern auch und zwar weit dringender noch Handwerker, Künst-ler und Kaufleute brauchten und daß die Unterweisung dieser in denConjuncturen, von welchen das Zustandekommen und der Erfolg ihrereventuellen Unternehmungen abhängt, nicht nur für sie selbst von per-sönlichen Nutzen sein, sondern ganzen Gemeinwesen gar wohl zu Stattenkommen würde.

Von dieser Betrachtung ausgehend haben werkthätige Pädagogen

Semler verstand seiner eigenen Interpretation zufolge darunter eineSchute, ,,worin keine teeren Speculationen oder unnützen Subtilitäten, sonder»ipsissimas ras, als da sind: Dei Opern und solche Machinen, welche der Welt täg-lichen und unaussprechlichen Nutzen prästiren," zur Anschauung gebracht und erläutertwerden. (Marperger's „Drikolium" S. 104.)

") Keiner von den oben im Texte angeführten Schriftstellern repräsentirt dieseWandlung der Begriffe und Anforderungen deutlicher, wie der mehrgenannte Mar-perger in seinem „T'rikoliura," wo es gleich im Anfange heißt: „Unten denen grö-sten Hindernissen, welche sich biß hieher in vielen Teutschen und andern Ländern,Städten und lkioviuoou hervor gethan, daß die Oommsrein daselbst nicht also, wiees ihnen Gott und die Natur, auch wohl die vorgefallene Eonjuncturen und andere,sowohl Physikalische als Politische und Moralische Ursachen gegönnet hätten, ausihrem niedrigen Stand empor gestiegen: ist wohl nechst der wenigen Sorgfalt, dieman darauff gewendet, auch die versäumte, oder doch nicht gebührend be-triebene Anweisung der zur Kauffmannschast gewidmeten Jugend in denen zuihrer künftigen krokossiou gehörigen Wissenschaften, ingleichen auch eine gewisse Un-crfahrenheit derjenigen, welche zwar schon würcklich als Kauff-Leut stehen, wegen derwenigen Zeit und Gelegenheit aber, die sie in ihrer Handlung gehabt, sich über dieGräntzcn ihres gewöhnliche» Handelns hinaus zu schwingen oder sich um ein weiteresWohl und Weh derselbe», als dasjenige ist, welches sie täglich vor Augen sehen, nichtbekümmern." ....

„Diese Hindernissen oder Unfüglichteiten nun auf einmahl zu heben, so wäremeines Erachtcns nichts Heilsameres als von Jugend aufs die zur Kauffmann-schafft gewiedmete Jugend bey Zeiten in denen Hülfs-Wissenschaf-ten zu unterrichten, welche ihnen künfstighin in i h r er Pro f essi v nwohl zu statten kommen könnten, als des scynd vornemlich das Rechnen,Schreiben und Buchhaitcn, wie auch etwas von der Lateinischen Sprache, eine ziem-liche Kenntniß von^Ler Geometrie und Geogravbie, eine (Einleitung i» die Historie