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Die technische Bildung im Kaiserthume Oesterreich : ein Beitrag zur Geschichte der Industrie und des Handels / von Dr. Herm. Ign. Bidermann
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in Menge ein, mit deren Heranbildung ein nachhaltiger Umschwung dergewerblichen Verhältnisse Oesterreichs sich im Stillen vollzog

In einer im I. 1776 zu Wien unter dem Titel: „Gedanken über dievollständige Vorbereitung fähiger Jünglinge, in den besten Jahren desgelehrigen Alters zu verschiedenen, mit der Wohlfahrt des Staats und ihrem eigenenBesten übereinstimmigen wichtigen Absichten" erschienenen Schrift, die des faßlichen Toneswillen, in welchem sie geschrieben ist und der darin dargelegten praktische» Sinnes-richtung halber noch heut zu Tage gelesen zu werden verdient, suchte I. GeorgWolf zum Ergreifen des kaufmännischen Berufes zu animiren und den Vorurtheilenzu begegnen, die einer solchen Widmung zu widerstreben pflegen. (S. 10—17.) —Ferner hob er die Wichtigkeit dieser Berufsart und jene der „Commerzialkünste, dieden Stoff zur Handlung liefern," in politisch - öconomischer Beziehung hervor, undbekämpfte die damals viel verbreitete Meinung: als gewährte bloß der BeamtenstandAussicht auf eine „künftige zeitliche Glückseligkeit." (S. 18.) Er wies im Gegen-theile darauf hin, wie ein gut von statten gehendes Commerzial-Gewerbe in der Thatfür eine Goldgrube anzusehen sei, die von Jahr zu Jahr ergiebiger werden kann,„doch gehöre dazu die Geschickllchkeit, den Produkten Güte, Schönheit, Wohlfeiibeitund Sentenheit im verlangten Grade zu geben." (S. 20.) — Er rieth zur Arbeits-theilung (wechselseitigen Handbietung) bei der Produktion vermeintlich „weitgängigerKaufmannswaare»" (S. 21) und zur „Verwandlung der Handgriffe in Maschinen-wirkungen" mittelst der Anwendung von Thier- und Wasserkräften. (S. 22.) —Ferner zur fabriksmäßigen Unterordnung der einzelnen Professionisten unter einen ge-meinsamen Werkführer, der die Vermittlung zwischen Capital und Arbeitskräfte» zubesorgen und das Interesse der Coalliirten nach außen hin bezüglich des Absatzesihrer Produkte wahrzunehmen hätte. (S. 24.) Vor Allem aber sei dem Profcssioni-sten die Aneignung gewisser „Hilfskenntnisse" Bedürfniß, als da sind: die Kunst „sichdes Maßes aller sichtbaren Dinge am geschwindesten zu bemeistern" (Arithmetik undGeometrie); die Kunst, die inneren Eigenschaften der Materie (der Rohstoffe) richtigzu beurtheilen (Naturlehre und Chemie); gründliche mechanische Kenntnisse und die„Reiß - oder Zeichnungskunst." (S. 25—27.) — Gute Dienste würden ihnen auchkunsthistvrische und technologische Kenntnisse, Geschmacksbiidung und die Wissenschafteiner geregelten Buchhaltung leisten. (S. 28 bis 31.) — Ueberdieß sei zum Behufepraktisch glücklicher Erfolge gegenüber dem Wetteifer der Nationen in „interessanten"Unternehmungen die Association der Capitale (S. 35) nicht zu entbehren.—Die Befolgung dieser Rathschläge werde um so gedeihlicher sich erweisen, als es „denRegeln der Politik zuwider läuft, sich den Fremden zinßbar zu machen und die imStaate circulirende und zum Wechsel der Bedürfnisse der Inwohner nöthige Geldmassenach und nach vermindern zu lassen." (S. 37.) — Doch meine er nicht, daß darum„alle Manufacturen einem Staate nothwendig seyen." (S. 38.) — Den Schlußseiner Ansprache bildet die Empfehlung der k. k. Realacademien als derjenigen Unter-richtsanstalt, die dem gedachten Zwecke der Heranbildung tüchtiger Kaufleute und Pro-sessionisten am Besten entspreche. — Vergleiche übrigens den Aufsatz des Herrn Reli-gionslehrers Johann Engel: „Zur Geschichte der Realschulen Wiens" im Jahres-berichte der k. k. Ober-Realschule am Schottenfelde in Wien für d. St. I. 1851—52(Wien 1852), und die allg. privil. Anzeigen aus sämmtl. k. k. Erbländern (II. Jahrg.,1772, S. 333 und III. Jahrg., 1773. S. 338.)