lernbegierigen Jugend sich erschlossen, einen vordem nicht gekanntenAufschwung nahm, welchen mit der Wirksamkeit der Academie in Kau-salnexus zu bringen, daher auch nahe liegt.
Während die Staatsverwaltung seit mehr denn hundert Jahrensich vergebens bemüht hatte, durch Zuficherung monopolistischer Ge-winnste und ehrender Auszeichnungen Einheimische zu Exportgeschäftenzu ermuntern, schickten sich solche nunmehr (um d. I. 1780) aus freienStücken dazu an ; und die damals größtentheils aus eingewandertenProtestanten bestehende Genossenschaft der „Niederlagsverwandten" zuWien'') hörte factisch auf, neben einigen israelitischen Mäklern undarmenischen Fremdlingen (den sogen. Raizen) den Handel Oesterreichsausschließlich zu dirigiren.
Waren die von Einheimischen riskirten Unternehmungen vorerstauch gleich von keinem sonderlichen Erfolge gekrönt, so zeugen sie dochvon der in selben erwachten Lust am Calculiren und Combiniren, undzugleich auch von einer Erweiterung des Gedankenganges derselben überden Horizont des Alltäglichen hinaus, wie sie einzig nur durch realisti-schen Unterricht zu erlangen ist.
Z. 2.
Mit je größerem Eifer aber der Exporthandel in Angriff genommenwurde, um so klarer trat das Bedürfniß eines gleichmäßig rationellen
°) Schwop, Topographie von Mähren >794; 3. B. S. 445. — D'Elverta. O. S. 415. Czörnig L. I. v.; topogr.-hist.-statische Beschreibung von Neichen-berg. Wien 1829, S. 78. — Costa Heinr. v., der Freihafen von Trieft. Wienl838. S. 45 u. f.
°) Die Genossenschastder Wiener Niederlagsverwandten warursprüng-so zu sagen eine Coionie regensburgischcr und nürnbergischer Kaufleute. Unterm 19.Jänner 1515 ertbeilte ihr Kaiser Maximilian zuerst die sogenannte „Niederlagsfrey-heit" zur Schlichtung vielfältiger Irrungen, weiche zwischen dem Wiener Stadtmagi-strate einerund den „lange Zeit her hantirenden und Kaufmannschaft treibenden Leuthenaus dem h. Reich" andererseits entstanden waren (Noth. a. O. II. Tb. S.^197). KaiserMathias bestätigte das Privilegium im I. 1615 und Kaiser Ferdinand II. 1625.Ais aber dieser Kaiser bald darauf die römisch-katholische Religion zur alleinberrschen-den in Oesterreich zu machen sich befließ, erlitten die Niederlagsverwandten mancheBedrückung und Einschränkung ihrer Gerechtsame. Kaiser Leopold I. setzte sie 1662wieder in ihre früheren Rechte ein (Nicolai a. O. 4. B. S. 447 u. f.). Im Jahre1727 machten sie 2t der renommirtcn Firmen aus. (Marverger P. I. auserlesene kleineSchriften. Lpz. 1733. S. 125.) Im I. 1768 umfaßte ihr Gremium noch 48 Mit-glieder ; 1797 aber nur mehr 13, da dessen Ergänzung eingestellt worden war. (DeLucca. a. O. II. Th. S. 142.)