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Die technische Bildung im Kaiserthume Oesterreich : ein Beitrag zur Geschichte der Industrie und des Handels / von Dr. Herm. Ign. Bidermann
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Kinderma n n in Böhmen verdient. Einzelne Schulen dieser Art gabes bereits vor dem Jahre 1777 "), zehn Jahre später (1787) zählte manschon deren über hundert in Böhmen allein. sPonfikl. I. E. Voll-ständ. Umriß einer statist. Topographie des Königsreichs Böhmen H.Bd. Prag 1827. S. 313.) Ihrer specifischen Bestimmung nach warensie theils Flachs- und Baumwollspinnschulen (zunächst sür Soldaren-Kin-der) theils Strick- und Nähschulen für verwaiste oder sonst hilfsbedürf-

232; Ponfikls Topographie v. Böhmen. II. Uä. S. 318; Schreiners Grätz, II.Abth.S. 448 ; Hoff's Heinr. G. Skizze von Linz (1787) S. 87.) An verschiedene klösterlicheKorporationen ergingen spezielle Aufforderungen zur Errichtung solcher Schulen auf eigeneKosten. Einzelne derselben, wie z. B. das um die geistige Kultur überhaupt hochverdiente Benediktinerstift Kremsmünster in Ober-Oesterreich, leisteten dieser Auf-forderung auch willig Folge. (Hage n Tbeodor; das Wirken der Benediktiner-AbteiKremsmünster u. s. w. Linz 1848; S. 188.)

°) Auf die Errichtung von Spinn- und Webeschulen in Böhmen wurde bereitsdurch Hofreseript v. 22. Februar 1755 und in einer Jnstruction an die Krcisämtervvi» 23. Februar desselben Jahres gedrungen. Es sollten darin die aus den umlie-genden Orten herzukommenden Spinner in der Anfertigung dichteren und haltbarerenGespittnstcs und die zum Unterrichte sich meldenden Weber in der Herstellung schwererCvminerzial-Linnen und feiner, gezogener Waare unterrichtet werden.

Im I. 1764 wurden die böhm. Magistrate und Dominien durch einen beson-deren Erlaß zur Errichtung von Spinnschulen ermuntert und unterm 27, Nov. 1765erfloß ein Spinnschul-Patent für sämmtliche österr. und böhm. Provinzen.

Diesem Patente gemäß sollten in allen landesfürstl. Städten und MärktenSpinnschulen (in Flachs, Hanf, Wolle und Baumwolle) den Winter über auf Koste»der Gemeinden unterhalte» werden. Der Besuch derselben wurde den des Spinnensunkundigen Kindern der Professionisten und Handwerker vom 7. bis zum 15. Jahreihres Alters zur Pflicht gemacht und die Aeltern und Vormünder wurden hierüber zuwachen bei Strafe verpflichtet.

Demnach ist zwar richtig, was Ouepätikrux (Da i» conäition äes jeunssouvriers 'I. II. p. 122 ssgu.) sagt: Du Lotrems äouuL Is Premier Signal et Is Pre-mier sxsmpls cis in ersation äes äeolss ämäustrie äans estte partis <le I'Ilurope.Wenn er aber fortfährt: ,,Ue prevot eis Lobulstsin (Kindermann) gus ee roxomebonore eomms Is restaurateur 668 eeolss populaires üt rentrsr Iss eeoles illäu-striellss «Zaus son plan äs regeneration," so beruht dieß auf einem Irrthume.

Ja, wenn man mit vucpätiaux (p. 149) auch Arbeitshäuser zu den Industrie-schule» rechnet, fo kann sich Oesterreich rühmen, bereits im Frühjahre 1671 ein daraufbezügliches Project des Dr. Becher zur Ausführung vorbereitet zu haben. Der Bio-graph vr. Becher's (Büchern) sagt (S. 82) ausdrücklich, derselbe habe bei diesemProjecte den Unterricht der Handwerker in den „mechanischen Künsten" im Auge ge-habt, sei aber nicht dazu gekommen, es vollständig ins Werk zn setzen, da derHofkammerpräsident Graf Sinzendorf ihm im Jahre 1678 die Leitung des „Kunst-und WerkhauseS" entzogen und sie auf den Freiherr» Wilhelm von Schröder(den Verfasser des Buches „fürstliche Schatz- und Rcnt-Kammer") übertragen habe.