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Die technische Bildung im Kaiserthume Oesterreich : ein Beitrag zur Geschichte der Industrie und des Handels / von Dr. Herm. Ign. Bidermann
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(welchem gemäß diese je nach dem localen Bedürfe entweder Ober- oderUnter-Realschulen sein und letztere wieder entweder mit mehreren obermit wenigeren Jahrgängen versehen werden sollten) unterm 6. Septem-ber 1849 zugleich mit dem Entwürfe der Gymnasienreform die a. h. Ge-nehmigung erhalten hatten, ordnete er noch mit Beginn des Schuljahres18^°/go an den vierclassigen Hauptschulen im Unterrichte der beiden dievierte Classe bildenden Jahrgänge Aenderungen an, welche letztere fürdie ersten zwei Jahrgänge einer Unterrealschule zu gelten geeignet ma-chen sollten. — Auch wurden wo bereits von früher her Realschulenbestanden, diese zum Range von Oberrealschulen erhoben und späterhindurch successive Hinzusügung der drei unteren Classen completirt.

§. 2 .

An die Regelung des gesammten technischen Unterrichtsund insbesondere an den Aufbau vollständig neuer Institute dafür zu ge-hen hinderte vorerst noch die kaum zu bewältigende Fülle dringlichererGeschäfte. Als jedoch die Reform der Gymnasien ihrer Vollendungnahte und nicht minder auch der Unterricht an den Universitäten nachneuen Normen in Gang gekommen war, erstattete Graf Leo Thununterm 12. Februar 1851 in Betreff „des gewerblichen Unterrichtsüberhaupt und der Errichtung von Realschulen insbesondere" einen a.u. Vortrag an den Monarchen, der mit einer Schildernng der darausBezug habenden Verhältnisse anhebt und dessen Stylisirung eine zu tref-fende ist, als daß sie nicht >— in so weit sie besagte Verhältnissezum Gegenstände hat — hier wortgetreu wiedergegeben werden sollte.Die bezügliche Stelle lautet:

„Während in Oesterreich für die auf dem Wege der Gymnasial-studien zu erreichende Bildung durch eine bedeutende Zahl von Anstal-ten gesorgt ist, ward für jene Richtung des öffentlichen' Unterrichtes,welcher die Ausgabe hat, den industriellen Classen der Bürger dieBildung, die sie benöthigen zu geben, sehr ungenügend vorgesehen."

„Wohl bestehen technische Institute, welche geeignet sind,dem Bedürfnisse derjenigen zu entsprechen, die eine wissenschaftlicheund besonders auf tieferen mathematischen Stndien begründete techni-sche Ausbildung suchen; an Mittelschulen aber, welche bestimmtsind, technische Kenntnisse zu verbreiten, ohne sich dabei so hohe, wissen-schaftliche Ziele zu stecken, ist auffallender Mangel."

„Und doch sind solche Schulen in mehrfacher Beziehung ein unab-weisliches Bedürfniß. Wie es unangemessen wäre Universitäten zu