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nicht untergegangen. Dem Tode verfallen ist von ihr, wastodcswürdig war, ihr unsterbliches Wesen aber, der Geist, dersie so schön und groß geschaffen hatte, lebt fort in den Zeug-nissen, die er sich gegeben, in den Denkmälern der Kunst undWissenschaft, die er hervorgerufen hat. Und in die stillen Räumedieser Welt führt das Gymnasium seine Zöglinge ein. Nichtsist hier, was an die Noth und das Bedürfniß des Lebens, un-endlich Vieles, was an die Schönheit und Größe desselben er-innert. Dadurch gewöhnt sich der Blick des in dieser Weltheimisch gewordenen Jünglings an eine ideale, aber dem Lebenentnommene und deshalb lebensvolle Weltanschauung. Und indem reinen Acthcr dieser Weltanschauung allein gedeiht dieWissenschaft, sie ist die Luft, in der sie athmet, sie der Son-nenschein, der ihre Blüthen und Früchte hcrvorlockt. Aus demTode keimt ja überall das Leben, und auch die todten Spra-chen sind daher für uns Quellen des Lebens geworden.
Und so habe ich denn meine Ueberzeugung über das Ver-hältniß der Gymnasien und des Lebens vor Ihnen, hochzuvcr-chrcnde Anwesende, dahin ausgesprochen, daß beide durch dieWissenschaft im engsten Zusammenhange stehen und daß dasLeben von den Gymnasien trennen nichts anderes heißt, alsden Strom von seiner Quelle trennen. Möchte ich auch Sievon dieser Ansicht überzeugt und in Ihrer Aller Herzen einerecht rege Theilnahme an der Sache der Gymnasien überhauptund ins Besondere an dem Gymnasium erweckt haben, das unsAllen am nächsten steht und das, so lange es nun, wenn auchnicht dem Namen doch der That nach, als wirkliches Gymna-sium besteht, d. h. seit gerade 25 Jahren *), seine Bestimmung
*) Das Bestehen der Schule als einer Lateinischen Stadtschule nachdem von Melanchthon für solche Schulen entworfenen Plane, ausderen erster Classe zur Universität abgegangen wurde, datirt freilichschon von der Reformationszeit her, allein erst durch die bedeuten-den Gel'ozuschüsse, welche der Anstatt im I. 1817 durch Königliche