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Lebensbeschreibung des Ehrenfr. Walther v. Tschirnhaus auf Kiesslingswalde und Würdigung seiner Verdienste : mit einem Vorwort über Prof. J.A. Grunert als Preisrichter / von Dr. Hermann Weissenborn
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Vorwort.

Stellung einer neuen Preisaufgabe kam nunmehr zur Behandlung.Laut des Testamentes des Preisstifters Petri muss jede Preisauf-gabe, die keine genügende Lösung gefunden hat, mit verdoppeltemPreise wiederholt werden. Es wird also die Lebensbeschreibungdes W. E. von Tzschirnhaus mit dem Preise von Hundert Tha-lern von Neuem aufgegeben und als Termin der Einlieferung der31. Januar 1865 festgesetzt”; ferner (Neues Lausitzisches Magazin,Band 41. Zweite Hälfte. Görlitz 1864, pag. 309): „Für die anderePreisschrift: Leben des Walther Ehrenfriod von Tzschirn-haus und Würdigung seiner Verdienste, hatte sich nur ein Bewerbergefunden, dessen Arbeit nach dem Urtheil des Herrn ProfessorsDr. Grunert in Greifswalde nicht gekrönt werden konnte; es istdeshalb dasselbe Thema noch einmal gestellt mit verdoppeltem Preise,und der 31. Januar 1865 als Einlieferungstermin festgestellt.” Ichmeinestheils ward durch die Lectüre dieses „sehr ausführlichen undgründlichen Gutachtens”, auf welches ich unten noch zurückkommenwerde, und welches, obschon mir wohl bekannt war, dass ProfessorGrunert wie derb zu loben so auch grob zu tadeln verstehe, dochAlles übertraf, was ich in letzterer Beziehung vermuthet hatte, so-gleich bestimmt, die Arbeit nicht noch einmal zu unternehmen,loh sandte daher die überschickten Bücher Herrn Pastor Hircliczurück und theilte ihm, wenn ich mich recht erinnere, diesen meinendefinitiven Entschluss mit. Leider starb Pastor Hirche bald nach-her. Derselbe hat sich mir — ich fühle mich gedrungen, dies hierauszusprechen — die kurze Zeit, die ich mit ihm in Correspondcnzstand, ausserordentlich freundlich und wohlwollend erwiesen, undstets habe ich es lebhaft bedauert, dass er nicht Sachverständigergenug war, um ein selbstständiges Urtheil in der betreffenden An-gelegenheit fällen zu können. Um etwaiger Consoqucnzen wegenauch das Unbedeutendste in dieser Sache nicht zu übergehen, bemerkeich, dass ich nach seinem Tode noch einen Brief, datirt vom4. Juli 1863, vom Secretair in Vertretung, Herrn Victor, und einenvom 8. October 1863 datirten vom neuen Secretair, Herrn Dr. Wilde,erhalten habe. Ersterer fragt an, ob ich die von Pastor Hircheversprochene Abschrift des Grunert’schcn Gutachtens erhalten habe;letzterer übersandte mir das Diplom als corrcspondirendcs Mitgliedder Gesellschaft. Zu einer nochmaligen Bearbeitung der Preisauf-gabe konnte ich mich, wie schon erwähnt, nicht cntschliesscn.

Vor etwa einem Jahre erfuhr ich durch einen Artikel der Wei-marisehen Zeitung, dass mein Fachgenossc am hiesigen Karl-Fricdrichs-Gymnasium, Herr A. Kunze, den Treis erhalten habe. Die liiehergehörigen Stellen im Neuen Lausitzischcn Magazin, Band 42. ZweiteHälfte. Gör’litz 1865 lauten, im Protokoll der 125. Hauptversamm-lung, pag. 428: „§. 2. Es kommt zur Verhandlung die behufs Preis-bewerbung eingegangene Schrift, über Walther Ehrenfried von Tsehirn-liaus. Der Herr Präsident fordert zunächst Herrn Direetor Prof.Ivaumann auf, das Gutachten des Preisrichters Herrn Prof. Grunert