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Lebensbeschreibung des Ehrenfr. Walther v. Tschirnhaus auf Kiesslingswalde und Würdigung seiner Verdienste : mit einem Vorwort über Prof. J.A. Grunert als Preisrichter / von Dr. Hermann Weissenborn
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Vorwort.

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treten. Noch zweifelhaft, was ich thun sollte und Angesichts desmir offenbar von Herrn Pastor Hirche entgegengebrachten Wohl-wollens wies ich in meiner Antwort ') diese Vorschläge nicht geradevon der Hand, sprach mich aber zugleich dahin aus, Herrn Pro-fessor Grunert kenne ich hinlänglich, und wenn ich gewusst hätte,dass er der Preisrichter sei (in der Bekanntmachung der Preisauf-gabe war nämlich hierüber nichts gesagt), würde ich die Arbeitwicht unternommen haben. Unter dem 11. Hai 1863 schickte mirdarauf Herr Pastor Hirche mit der grössten Liberalität mehrereW erke aus der Bibliothek der Oberlausitzischen Gesellschaft derWissenschaften; unter ihnen auch den „Tantz-Greuel” (über welchennach Einlieferung meiner Arbeit im Neuen Lausitzischen Magazin,Baud 41. Zweite Hälfte. Görlitz 1864, pag. 177, eine Abhandlungerschienen ist unter dem Titel: „Der Herr von Tschirnhaus aufKieslingswaldo und sein Pfarrer Kellner von Zinnendorf” vonDr. Theodor Paur. Ein Abdruck derselben ist auch als selbstständigeSchrift in den Buchhandel gekommen), den ich zu meiner Unter-haltung las, wobei ich mich überzeugte, dass die pag. 12, Anmer-kung 2) erwähnten „bekannten Umstände” in der That nicht aufden Schwedischen Einfall zu beziehen sind. Dieselben bestehenvielmehr darin, dass zwischen dem Pastor auf Tsehirnhausens Be-sitzungen, Kellner von Zinnendorf, der gegen das übermässige Tanzenund Trinken eiferte, und Tschirnhaus, der in diesem Verbote einenUmgriff in seine herrschaftlichen Hechte erblickte, wohl auch durchdie Abschaffung dieser Missbräuche eine ergiebige Einnahmequelleeinzubüssen fürchtete und dieselben deshalb aufrecht erhalten wollte,ein erbitterter Streit entstanden war, der bis zu und nach dem TodeTsehirnhausens fortdauerte. Ich würde, wenn mir bei Abfassungvorliegender Schrift diese Umstände bekannt gewesen wären, siegeeigneten Orts erwähnt haben; einen besonders hohen Werth abervermag ich nicht darauf zu legen. Zugleich erhielt ich eine Ab-schrift des im Protokoll der 121. Hauptversammlung der Oberlausitzi-schen Gesellschaft der Wissenschaften als „sehr ausführlich und gründ-lich” bezeichneten Gutachtens von Prof. Grunert. Die betreffendeStelle im angezogenen Protokoll lautet nämlich (s. Neues LausitzischesMagazin, Band 42. Zweite Hälfte. Görlitz 1865, pag. 426): „§.3. Jetztkam No. 4. des Programms an die Reihe, nämlich: Urtheil und Ent-scheidung über eine Preisbewerbungsschrift, Leben des Walther Ehren-fried von Tzschirnhaus und Würdigung seiner Verdienste. Das sehrausführliche und gründliche Gutachten des Professors der MathematikOrunert in Greifswald wurde vom Professor Director Kau mannvorgetragen. Hierauf wurden von demselben auch zwei Briefe desProrectors Dr. Sausse in Guben vorgelesen, die ein Gutachten überdie Preisschrift geben. — Die Ertheilung des Preises ward von denVersammelten einstimmig abgelehnt. §. 4. No. 5 des Programms:

! ) Da ich kein Concept meines Briefes habe, referire ich dies aus der Erinnerung.