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2 (1833) Geschichte der schweizerischen Centralität oder die helvetische Revolution : mit einer chronologischen Übersicht der Hauptereignisse im Laufe dieses Zeitraumes / von Joseph Andres
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sten Worte»/ bei allen Bücklingen und Reverenzen, diehochtrabendsten Antworten; ja ein einfältiger Gesandt-schaftSsekretär lasse sie um eine Audienz bitten. Man glaubeja nicht, Frankreich durch Geduld zu etwas bewegen zukönnen. Vielmehr werde man ihnen das Gebiß immerschärfer einlegen und sie zuletzt gar einspannen." Daraufantworteten Bcrner:Die Eidgenossenschaft sollte nach ih-rer Verfassung und einer ganz einfältigen Staatsklugheitin allem/ besonders was die Stärke derselben gegen Aus-wärtige betreffe/ nur einen einzigen Leib ausmachen undnur/ was die innere Haushaltung und Polizei jedes Ortesberühre/ einzeln von derselben besorgt werden. Aber jedeswolle seine eigene Autorität zeigen/ mit seinen Federn flie-gen; die Pfeile wären aus dem Bunde loS/ jeder wolleselbst zielen und schießen, keines sehe oder wolle sehen,daß es dazu zu schwach und dem Andern zum Gespöttdiene. Die Uneinigkeit, das Mißtrauen, der Kaltsinn,welcher jetzt in der Eidgenossenschaft herrsche, behaupteman, sey allein eine Folge des Aarauer-Friedens. ZuNaßcm, sage das Sprichwort, sey bald genug geregnet.Seit der Reformation wäre kein Zutrauen mehr, aber dieEvangelischen wären daran nicht Schuld. Beide Partheienhätten damals nach ihrer Ueberzeugung gehandelt und nachihrem Gewissen. Man zweifle ja selbst daran, daß dieRestitution nicht alles ausgleichen möchte, und doch for-dere man ein so großes Opfer! Und wenn der Fünfzeh-ner-Bund eine Folge des Aarauer-FriedenS, warum mansich denn einem König in die Arme geworfen, dessen Bot-schafter als ein Beschützer der Evangelischen so verschrieengewesen? Das Referendum sey bisweilen gut, ja nöthig,aber: ob usus nun tolltt »zum. Alle Jahre vermehrten sichdie Artikel der Instruktionen, weil alle behandelt, aberauch alle wieder a-> rekerenänm genommen würden. Daßdie Evangelischen das Messer in ihren Händen hätten,dessen schmeichelten sie sich zwar nicht. Nur das Mißtrauen