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2 (1833) Geschichte der schweizerischen Centralität oder die helvetische Revolution : mit einer chronologischen Übersicht der Hauptereignisse im Laufe dieses Zeitraumes / von Joseph Andres
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213
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man sie in der irrigen Meinung, daß wenn nur das All-gemeine vorerst fest stehen, das Einzelne sich dann von sichselbst geben würde, der Bau sollte beim Dach anfangen.Wenn man nun die beiden Verfassungen, jene der Föde-ralisten und jene der EinheilSfreunde vergleicht, so weißman beinahe nicht, um was sie mit einander gestrittenhaben, denn beide haben die gleiche Menge Centralge-waltcn; ohne daß sie es merkten sielen sich die Partheicnin ihre Rollen, die Einheitsfrcunde in den Föderalismus,indem sie eine solche Einheit schufen, daß der Föderalis-mus sie alle Augenblicke zerreißen konnte und die Födera-listen sielen in die Einheit, indem sie die Permanenz ei-ner bleibenden Gesetzgebung annahmen, die um sounsinniger war, als ein Theil davon an die Kantone ab-getreten wurde. Es ist möglich, daß sie eine so weiteund unbehülfliche Centralverfassung nur als provisorischbetrachteten; allein es ist auch nicht weniger wahrschein-lich, daß ihnen ein so reiches Feld großer und gut besol-deter Centralstellen sowohl für sich als die Ihrigen eineangenehme Aussicht gewahrte.

Um die neue Verfassung recht populär zu machen undsich die Zuneigung des Volkes zu verschaffen, beschloß dieherrschende Parthei das Prinzip der Volkssouvcrönität ein-mal in seiner vollen Herrlichkeit zu zeigen und dem Volkedieselbe, was noch nie so geschah, zur Annahme oder Ver-werfung zu übergeben. Was man aber schon früher that,und zwar beide Partheien, das that man auch jetzt.Man behielt sich die Wahl der ersten sieben und zwanzigSenatoren, so wie der ersten WahlkorpS vor. Die Regi-ster wurden eröffnet. Zwei und sicbcnzig tausend Stimmennahmen an, aber meistens nur wie bet der Oktobervcrfas-sung, weil man doch einmal aus dem Provisorium herausmüsse, weil man es nicht besser haben könne rc. Zweiund neunzig tausend vierhundert und drei und zwanzigStimmen verwarfen sie, hundert sieben und sechszig tau-