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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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352 Claſt XXXII. Vom Wein und Bier.

3. Roßmarin⸗Wein zu machen.

Man ſammlet den Roßmarin vom Ende des Mayen/ biß gegen dem O-etober/ duͤrret denſelbigen auffgehaͤnget im Schatten/ bewahret ihn uͤr Staud.Von dieſem nimt man hernach zur Herbſtzeit/ ſo viel/ als man will/ leget

ihn in ein Faͤßlein/ fuͤllet darauff guten Moſt/ und laͤſſet ihn verjaͤhren.Nota. Dieſer Wein iſt gut fuͤr alle Phlegmatiſche Feuchtigkeiten/ heilet denKrebs/ iſt gut den Schwind⸗und Fallſuͤchtigen/ ſtaͤrcket dasHirn/ Hertz und Nieren/ macht Luſt zum Eſſen/ ſtaͤrcket das Zahn-

fleiſch/ macht den Mund wohlgeſchmack.

Wann man dieſen Wein mit Regenwaſſer vermiſchet und trinckt/ſo hilfft er den Lungenſuͤchtigen/ und wehret dem Schleim auffder Bruſt. Iſt auch eine Huͤlffe in der Zeit der Ruhr.

4. Einen guten Kirſchen⸗Wein zu machen.

Man nimt den Safft von den Kirſchen/ thut darzu eine Maaß gutenHonig/ je nachdem man viel Kirſchen⸗Wein machen will.

Ferner nimt man Naͤgelein/ Zimmet/ Galgant/ jedes ein Loth/ thut eszuſammen in ein ſaubers Saͤcklein/ und haͤnget es in ein Faͤßlein guten alten

ein.

Der Kirſchen⸗Safft ſolle wohl gereiniget ſeyn/ nimt hernach den Honig/zerlaͤſſet ihn in einem ſaubern Keſſelein uͤber dem Feuer/ gieſſet des Saffts einenLoͤffel voll darzu/ aͤſſet es mit einander zergehen/ und wann es kalt worden/ ſogieſſet man es in das Faß.

Auff eine andere Art.

Man nimt von den Kirſchen die Stiele/ und thut ſelbige hinweg/ hernach

die Kern herauß/ zerſtoͤſſet ſolche in einem ſteinernen Morſel/ und thut ſie wiedern Fleiſch der Kirſchen/ alles zuſammen in ein Saͤcklein/ darzu thut man auchüberzogenen Aniß und Zimmet⸗Zucker/ haͤnget alles in einen rothen Wein/dieſer ziehet alsdann die Krafft auß dem Kirſchen⸗Fleiſch und Kern/ vom Ge-

wuͤrtz aber und Zucker wird ſolcher Wein ſuͤß und wohl⸗geſchmack.Nota. Der Kirſchen⸗Wein eroͤffnet die verſtopffte Leber/ treibet den Harn. 8 den Durſt/ und befeuchtet die innerlicht erhitz-

te Glieder.

J. Einen guten Schlehen⸗Wein zu machen.

Man nimt gute zeitige Schlehen/ zerſtoͤſſet dieſelbige in einem ſteiner-

nen Morſel/ mit ſamt den Kernen; Macht darnach Ballen darmit einer Fauſtgroß/ ſetzet ſie im Back⸗Ofen/ der nicht zu warm ſeye/ alſo daß b ver-ren-