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Encyklopädie der Forstwissenschaft / von G.W. von Wedekind
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Die Forstwissenschaft.

ziehende Selbstbiographie Witzlebens findet sich im 17. Bande von Strieder'sHess. Gelehrtcngeschichte, fortgesetzt von Jnsti, Marburg 1819); 3) GeorgLudwig Hartig, geb. 1764 zu Gladenbach bei Gießen, 1786 fürstl. Solms.Forstmeister zu'Hnngen, 1797 Nass.-Oran. Landforstmeister, 1807 K. Wür-teml'erg. Obcrforstrath in Stuttgart, 1811 K. Preuß. Staatsrath und Ober-landforstmeistcr zu Berlin, 1837 gestorben daselbst, der Mann, welcher alsdeutlicher Schriftsteller und praktischer Geschäftsmann den bedeutendsten Einflußauf Verbreitung einer geläuterten Forstwirthschaft gehabt hat; 4) HeinrichCotta, geb. 1763 zu Zillbach (Herzogt. Sachs. Weimar-Eisenach), 1788 Forst-geometer, 1789 schützender Forstdicuer, 1795 Oberförster zu Zillbach, wo ersein Forstlehrinstitut errichtete, 1801 daselbst Forstmeister, 1811 K. Sächs.Oberforstrath zu Tharaud bei Dresden, Vorsteher der Vermessung und Schätzungder K. Sächs. Forste, mit Verlegung seines Forstinstitnts nach Tharand, wel-ches 1816 zur K. Forstakademie erhoben wurde, gestorben 1844 daselbst alsKoryphäe der deutschen Forstmänner, hauptsächlich berühmt durch seine wissen-schaftlicbe Bearbeitung des Waldbaues und der Forstabschätzung; 5) GeorgFrhr. Seutter von Litzen, geb. 1769 zu Altheim bei Ulm, 1795 Ober-forstmeister zu Ulm, 1817 Direktor des K. Forstrathes zu Stuttgart, nachdessen Auflösung 1824 Direktor der K. Finanzkammer zu Ludwigsburg, eindurch wissenschaftliche Bildung, Scharfsinn und systematische Behandlung seinerStoffe ausgezeichneter Mann, welcher diese Eigenschaften in mehreren verdienst-vollen Schriften und in seinem amtlichen Wirken, vorzüglich durch seine Or-ganisation des K. Würtcmb. Forstdicnstcs bewährte und, wenn auch durchAuflösung des Forstrathes, diesem viel zu früh entrückt, in stets ehrenvollem,dankbarem Andenken erhalten zu werden verdient, gestorben 1833 zu Ludwigs-bnrg; 6) I. Christian Hund es Hagen, geb. 1783 zu Hanau, 1806Kurhess. Forstamtsaccessist zu Allendorf a. d. W. und Revierförster des Meis-nerdistrikts, 1808 Oberförster zu Fricdewald bei Hcrsfeld, 1818 K. Würtcmb.Professor zu Tübingen, 1821 Kurhess. Forstmeister zu Fulda und Direktor derKurhess. Forstlehraustalt daselbst, 1825 Gr. Hess. Pros. zu Gießen mit demTitel Obcrforstrath, gestorben 1834 daselbst, Verfasser der mehr erwähntenvortrefflichen Forstencyklopädie (deren erste Auflage 1821 zu Tübingen erschien),einerForstabschätzung auf neuen wissenschaftlichen Grundlagen" (Tübingen1826) und mehrerer anderen ausgezeichneten Schriften. Hundeshagen hat alsLehrer und Schriftsteller auf wissenschaftliche Bearbeitung der Forstknnde inihrer Gesammtheit vielseitig durchgreifenden Einfluß gehabt; er übertrifft seineVorgänger an gründlicher naturwissenschaftlicher und staatswirthschaftlicher Bil-dung; er wußte seine theoretischen Kenntnisse in der Landwirthschaft zugleichfür materielle und formelle Vervollkommnung der Forstwissenschaft mit sehr her-vorragendem Erfolge zu benutzen.

Von verstorbenen Männern, welche im Bereiche der Hülfswissenschaftensich um Forstwissenschaft vorzüglich verdient gemacht haben, führen wir bei derBeschränktheit des uns gestatteten Raumes unter Bezugnahme auf Seite 8die biographischen Angaben nur folgender an: 1) Joh. Math. Bechstein, geb.1757 zu Waltershausen bei Gotha, studirte Theologie, ward Lehrer zu Schnepfen-Ihal, studirte dann Forstwissenschaft, errichtete 1795 bei Waltershausen, 1800zu Dreißigacker bei Meiningen eine 1802 zur Herzoglichen Akademie erhobeneForstlehranstalt, stiftete die Societät der Forst- und Jagdkunde, starb 1822 zuDreißigacker als Direktor der Forstakademie und geh. Kammer- und Forst-rath; 2) Joh. Wilhelm Hoßseld, geb. 1768 zu Oepfershausen im Her-zogthum Sachsen-Meiningen, 1791 Lehrer im Heinrich'schen Lehrinstitute für