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Encyklopädie der Forstwissenschaft / von G.W. von Wedekind
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Vom Holzanbaue.

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lich Ulme, Esche, Ahorn u. s. s. eignen. Beide Betriebsarten (§. 39.) findenvorzüglich da statt, wo mit Rücksicht auf Graszucht, Weide u. s. f. die Stämmem einer hiernach bemessenen Entfernung gepflanzt werden oder man von Baum-reihen oder einzelnen Stämmen eine zeitweise Holznutzung gewinnen will. InManchen Gebirgsgegenden hat die Schneidelwirthschaft auch den Zweck, grünesFutterlaub für das Vieh oder auch Streumaterial zu gewinnen und erstrecktsich auch aus Weißtannen und Fichten.

Hackwald-, Haubergs--, Röderland-, Baumfeldwirthschaft gehören zum Thema der landwirth- ^schastlichen Zwischennutzung (§. 43).

Zweite Abtheilung.

Don der Holzzucht im Besonderen.

Die Unterscheidung zwischennatürlicher" undkünstlicher" Holzzucht paßt nicht mehr fürden. jetzigen Stand des Waldbaues (m. s. §. 10.). Beide nehmen sowohl Kunst als Natur inAigpruch. Die Künstlichkcit beschränkt sich nicht auf das Aussäen mit der Hand und Pflanzen,das Wirken der Natur nickt auf das freiwillige Abfallen oder Abfliegen des Samens von denBäumen. Unter den vielen Schriften heben wir die beiden folgenden hervor: 1) H. Cotta,Anweisung zum Waldbau, 6. Aufl. Dresden 1845; 2) vr. Gwinner, der Waldbau inkurzen Umrissen, 3. Aufl., Stuttgart 184s.

Erster Abschnitt.

Vom Holzanbaue.

8- 16. Von der W ald entsteh un g und Holz b esta nds b e gr ündung überhaupt,den Hauptarten des Holzanbaues und ihrer Wahl.

1) Die Natur bewirkt die Waldcntstehung, sobald keimfähiger Samen mitden Bedingungen des Keimens und weiteren Gedeihens zusammentrifft (K. 6. Nr. 1).Die Betrachtung diesernatürlichen" Waldentstehung gibt dem Forstmanne Stoffzur Folgerung der Regeln seines Verhaltens. Da aber jenes Zusammentreffenvon Zufälligkeiten abhängt, folglich nach Umständen eine längere Zeit bedarf,als der forstwirthschaftliche Zweck gestattet, so muß der Forstwirth durch seineOperationen dasselbe möglichst zu beschleunigen suchen. Dieß ist eine vorzüg-liche Aufgabe des Holzanbaues. Sie kann bei fehlendem Ober- oder Neben-bestande von Mutterbäumen für unseren Zweck nur durch künstliche Saat oderPflanzung, bei vorhandenem, genügendem Oberstande dagegen auf dem Wegeder (imAufschlage" oderAnfinge" des von den Mutterbäumen abfallendenSamens bestehenden) sogenanntennatürlichen" Verjüngung (§. 10.) durchangemessene Schlagführnng häufig gclöset werden. Wenn aber auch die Regelndieser letzteren (m. s. den zweiten Abschnitt dieser Abtheilung §§. 3137.)noch so sorgfältig befolgt werden, so sind dabei immerhin meistens Nachhülfender Bodenbearbeitung, nicht selten selbst künstliche Nachbesserungen nöthig, über-haupt stets die allgemeinen Regeln des Holzanbaues mit im Auge zu behalten.Geschieht aber auch dieses, so wird doch in der wirklichen Praxis auf demWege natürlicher Verjüngung der Fortschritt des Betriebs öfters gehemmt, derGewinn an Oberstandszuwachs durch den Verlust an Unterwuchsznwachs aus-gewogen, der Kostenbetrag wegen der Nachhülfen und des Zeitverlustes wenig-stens nicht geringer. Hieraus ergeben sich als Regel überall da, wo ein Pfleg-licher Waldbetrieb bezweckt wird, folgende Grundsätze: a) Nur für Buche undWeißtanne bildet die natürliche (d. h. die durch Abfall des Samens von denMutterbäumen erfolgende) Verjüngung niit Sameustellung *) das vorzugsweise

') M. s. meine Kritik der natürlichen Verjüngung S. 38 des 16. Hefts meiner Jahrh.