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Die Forstwissenschaft.
5) Die landwirthschastliche Zwischennutzung geht derzeit gewöhnlich demWiederanbau mit Holz vorher. Man sucht den Holzschlag bis Frühjahr zubeendigen und zu reinigen, um schon im ersten Jahre ihn nach Nr. 4. zu be-nutzen. Im folgenden Winter setzt sich der Boden; im Frühjahr läßt manwieder eine landwirthschastliche Crescenz entweder allein folgen, oder vermischtsie mit Holzanbau, oder thut dieß erst im dritten Jahre, oder sieht von derMischung ganz ab und schließt erst im vierten Jahre mit reinem Holzanbaue. —Der ersten Bestellung der Feldfrucht gebt, je nach Beschaffenheit des Boden-überzugs, dessen Verbrennen voraus, wie z. B. im Rvderlandbetriebe beimHoch-, im Hackwald- oder Haubcrgsbetrieb beim Niederwalde.
6) Die landwirthschastliche Zwischennutzung kann auch mit dem Holzanbauegleichzeitig verbunden sein. Man säet nämlich nach landwirthschastlicherBearbeitung des Bodens auf schweren Holzsamen (z. B. Eicheln) Korn undeggt (oder hackt) dieses ein oder man säet in Korn leichte Holzsamen (z. B.Kiefern); Eineggen in letzterem Falle ist meistens entbehrlich, auch dem Kornenicht zusagend, eher Walzen. Statt der Breitsaat kann auch abwechselnd eineReihe mit Holz- und eine Reihe mit landwirthschaftlichen Gewächsen besäet undbei Hackfrüchten (Kartoffeln rc.) der Vortheil des Behackens für die Holzpflanzenmitgenossen und dieser Genuß durch geeignete Bedingungen der Verpachtung rc.erhöht werden. — Mehr zu empfehlen ist die Neihenpflanznng in Verbin-dung mit dazwischen gesäcten Feldsrüchten, namentlich Kartoffeln, in abwechseln-den Reihen von 4 bis 8 bis höchstens 10 preuß. Fuß Entfernung, für derenLurch Behacken der Holzpflanzeu gesteigerte, äußerst günstige Erfolge die bewähr-testen Erfahrungen vorliegen. Zumal empfiehlt bei Laubholz der früher erfol-gende Schluß die engere Pflanzung. — Die vorbeschriebcne Gleichzeitigkeit desWiederanbaues mit Holz beseitigt nun völlig den Einwand der Unterbrechungder Holzproduction (m. s- oben den Schluß von Nr. 2.) — und kann bei denFortschritten, die wir neuerdings in der Kunst sicherer und wohlfeiler Reihen-Pflanzung gemacht haben, als Regel angenommen werde».
7. Die landwirthschastliche Zwischennutzung kann bei der unter (6) erwähn-ten Pflanzung zwischen den Reihen so lange fortgesetzt werden, bis der zuneh-mende Schluß und Schatten der Holzpflanzen sie hemmt, gewöhnlich nach 1 bis2 Jahren; worauf häufig noch, je nach Entfernung der Reihen, 1 oder einigeJahre Grasnutzung möglich wird. Diese Grasnutzung ist überhaupt auch eineArt landwirthschastlicher Zwischennutzung, vornherein oft da zu empfehlen, woBoden, Lage rc. den Anbau von Kartoffeln oder sonstigen Feldfrüchten nichtzulassen. — Wird sogleich bei der Pflanzung eine auf längere Fortsetzung derlandwirthschastliche» Zwischennutzung berechnete Entfernung der Reihen (z. B.10 bis 20 preuß. Fuß) gewählt, so ist dieß die (vorzüglich durch Heinrich Cottazur Sprache gebrachte) Baumseldwirthschast, bei welcher ein Durchfor-stungsertrag viel später und in minderem Betrag eintritt, es also darauf an-kommt, ob Bedürfniß und Werth landwirthschaftlichen Ertrags von größererBedeutung sind, was als Regel nicht angenommen werden kann. Diese sagtweder dem Zwecke des Waldes noch dem der Feldcultur zu und nur seltenkommen örtliche Verhältnisse vor, wo dieser Versuch der länger dauernden Ver-einbarung beider Zwecke entsprechenden Erfolg hat.
Man vergl. meine Abhandlungen: 1 ) über den Nutzen der Boden-auflockerung S, 26 des16. Hefts meiner Jahrb.; 2) über die Verbindung des Feldbaus mit dem Waldbau S 4g.desselben Hefts; 3) Seite 149 d. 13. Heils meiner Jahrb.; 4) über landwirthschastliche Zwi-schennutzung, Märzhcft 1847 d. allg. Forst- und Jagdztg.