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Encyklopädie der Forstwissenschaft / von G.W. von Wedekind
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Von den Nebennutzungeu.

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§. 44. Von der Gewinnung der Färber- und Gerber-Rinden.

1) Das Schälen (m. s. Nr. 2. des 8- 9.) kann in der Regel nur zurZeit, wenn der Sastznfluß am stärksten ist und die Rinde sich vom Holze leichtlöset, stattfinden (gewöhnlich Mai bis Juni); auch besitzt dann die Rinde znmGerben die meisten Stoffe. Im Hochwald hat dieß nur den Nachtheil, daß,soviel Eisten betrifft, die Brauchbarkeit des Holzes eine mindere wird, und, soviel Verjnngungsschläge betrifft, der Unterwuchs unter der verspäteten Fällungleidet. Im Niederwald besteht der Nachtheil hauptsächlich darin, daß die Aus-schläge, soscrn sie im Laufe der Schälarbcit und Holzabfuhr erfolgen, Beschä-digung erleiden und bei ihrer Verspätung bis znm Winter sich mitunter nichtgenug verholzen. Letzterer Nachtheil tritt um so mehr ein, je rauher die Lageist. Der hohe Erlös, welcher meistens aus der Rinde erzielt werden kann,überwiegt in der Regel den Nachtheil, welcher durch sorgfältigen Betrieb ver-mindert werden kann. Man hat daher der Gewinnung der Gerberlohe eigeneWaldungen, die „Eichenschälwaldnngen," gewidmet, welche Niederwal-dungen in 12 — 20, am besten Istjährigem Umtriebe behandelt werden, übri-gens zur Erhaltung der Bodcnkrast mit anderen Holzarten, namentlich Haseln,zu vermischen sind, die man im Winter vorher als „Raumholz" aus dem betref-fenden Jahrcsschlage haut, was auch den Vortheil hat, daß die Lohe bestergeht. In diesen Eistenschälwalduugcn übersteigt der Erlös aus Rinde nichtselten denjenigen aus Holz und kommt ihm häufig gleich.

2) Das Schälen der Rinde (Borke) geschieht nistt allein bei Hochstämmen,londern auch im Schäluiederwalde liegend, aber unmittelbar »ach dem Fäl-len und Ablängen. Dem Einwände, daß die Rinde auftrocknet, kann bei gehö-riger Einthcilung der Arbeit, so, daß die Schaler den Holzhauern aus demFuße folgen, begegnet werden. Im Liegen wird die Rinde vollständiger gewon-nen, auch dem zu tiefen Herabrcißen der Rinde und hieraus folgender Ver-letzung der Stöcke begegnet.

3) Man unterscheidet drei Klassen von Rinden: 1) die seine Spiegelrindeoder Glanzlohe von wüchstgen Aesten und Stangen, 2) die rauhe Stangenrinde,und 3) die Borke von alten Stämmen. Erstere hat den höchsten Preis (z.B.3 fl. für den Ctr.). Die Rinde wird aus Böcken getrocknet und muß so viel wiemöglich vor Regen bewahrt werden, weil dieser sehr schnell die Rinde auslaugtund im Werthe herabbriugt, in welcher Hinsicht sich Trockenjchoppen empfehlen.Die Borke wird gewöhnlich aufgeschichtet in die gewöhnlichen Holzverkaufsmaaße;die Stangen-, Äst-, Spiegel-und Glanzlobe in Gebnnde von bestimmter Di-mension <z. B. 3 Fuß Umfang und 5 Fuß Länge) zusammengebunden, abernach dem Gewichte verkauft.

M. s. meine Abhandlungen Seite 86 des VI, S. 105 d. XI., Seite 1!0 und 123 desXXIX. Hefts meiner neuen Jahrbücher der Ferstknnde.

§. 45. Von der Wald streu Nutzung.

1) Zur Streu wird folgendes Material aus den Waldungen benutzt:a) abgefallenes Laub, Nadeln und Moos, d) Forstnnkräuter, o) altes Gras,ck) dünne Nadelholzzweige. Die Beziehung einer jeden dieser Waldstreuartenzum Forstbetriebe ist eine völlig verschiedene, eben so ihre Gewinnung undNützlich- wie Schädlichkeit.

2) Laub, Nadeln und Moos begreifen, was man eigentlich Wald-Bodenstreu nennt. Die Wichtigkeit' ihrer Erhaltung für den Wald istbereits unter (3) des 8- 3. gezeigt worden. Nützlich kann nach Umständen