Dom Waldschutze.
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begegnet werden muß und die „Gaare" großer Meiler binnen 12 bis 20Tagen erfolgt; A) das Abkühlen, in Abkratzen der äußeren Decke einen Tag nachder Gaare bestehend, endlich b) das Aufbrechen und Auslangen der Kohlen.Das Ausbringen, d. h. das Verhältniß der KohleuauSbeutc zum Holzaufwande,ist bei den Holzarten verschieden; es beträgt dem Volume» nach 50 bis 60,dem Gewicht nach 15 bis 30 Procent. Außer den Kohlen lassen sich alsNebenprodukte noch Theer, Holzessig und (zur Feuerung brauchbarer) Brand-schürf bei der Waldköhlerci nutzbar machen.
Die Literatur über die Verkohln».; ist sehr reichhaltig. Wir empfehlen: „Anleitung zumVerkohlen des Holzes von F. von Berg, Darmstadt >830," sodann den betreuenden Abschnittin Vvlker'S Forsttechnologie (Leipzig 1836) und Pros. Tunner'S Vertrag zu Grätz im34. Hefte der neuen Jahrbücher der Forstkundc, Seite >22.
§. 55. Don der Theer- und Pechbereitnng. (M. vgl. §. 48.)
1. Theer wird aus Stocken und Wurzeln oder auch sonstigen sehr harzigen(kienigen) Stücken von Kiefern gewonnen, welche in einem verschlossenen (nuranfänglich oben mit einem Zugloch versehenen) Raum eingesetzt werde», umwelchen ein Mantel gebaut ist, zwischen welchem und der inneren Wand gefeuertwird. Die Hitze treibt nun den Theer aus jenen Holzstücken heraus, zuerst diewässerige „Galle," dann den bessern Theer binnen 3 Tagen. Mittelst Ueberde-stilliren des vom Theer zuerst abgeschöpften Harzes gewinnt man das Kienöl;das übrige Harz wird zu Pech eingesotten, endlich aus jener Galle Wagen-schmiere dargestellt. — Wo die Klafter Holz über 6 Gulden kostet, ist dieseFabricatiou nicht mehr einträglich.
2. Außerdem wird „ burgundisches " Pech aus dem Fichtenharze (m. s.§. 48.) gewonnen, indem man dieses i» einem Kessel mit etwas Wasser kocht,in einen Sack von grober Leinwand gießt und in einer Harzpresse ausdrückt. —Das „weiße" und „rothe" Pech wird erhalten, indem mau das Fichteuharz(wie es aus dem Laachten der Bäume kommt) in einem Kessel über Feuerflüssig macht, der unten eine Oeffnung hat, aus welcher das Harz (Theer) inein Gefäß fließt und darin zu Pech eingekocht wird. Aus den Rückständen desersten Einschmelzens (den Harzgrieveu) kann man Kienruß brennen. Las Ver-fahren ist noch mehrerer Vervollkommnung fähig. Dem Gewichte nach beträgtdie Ausbeute von Pech aus Harz beiläufig 70 Proccnt.
Dritte Abtheilung.
Dom Waldschntze.
8- 56. Vom Schutze gegen Menschen und zahmes Vieh.
Der Schutz, welchen der Waldeigenthümer sich durch Vcrmittlnng^der Forstpolizeibehordcnund bei; Justiz oder dnrch Auseinandersetzung mit Berechtigten verschafft, gehör! nicht hierher,sondern es wird deshalb auf 88- 82 rc. hingewiesen.
1. Da den Menschen der Eintritt in die Waldungen gewöhnlich nicht durchEinfriedigung und Verschluß unmöglich gemacht werden kann, so ist es Aufgabedes Waldsch'utzcs, den mannigfachen Entwendungen und Beschädigungen, wel-chen der Wald durch den Menschen ausgesetzt ist, durch wachsamste Aussicht zubegegnen. Läßt sich der Waldwirth aber diesen Waldschntz noch so sorgfältigangelegen sein, so reicht er doch damit nicht aus, wenn er nicht außer der Ach-tung vor seinem Eigenthum oder der Furcht vor Strafe zugleich sich die ärmereEinwohncrklasse zu befreunden oder doch mit angemessener Klugheit Feindselig-keit, bösen Willen und andere Anlässe oder Gelegenheiten zu Frevelnzu verhüten sucht. Diese Klugheit bethätige sich besonders in drei Stücken: