IV
Gesandter nach Innsbruck zu Erzherzog Leopold, um ihm dieUrsache der kriegerischen Bewegungen, welche während jener Tagein den Bünden statthatten, auseinander zu sezen und um Entfer-nung der österreichischen Truppen aus dem Münsterthal zu bitten.Ueber den schlechten Erfolg dieser Gesandschaft berichtet Juvalt.'Keines bessern erfreute sich eine ähnliche Sendung, welche er micJohann Guler, Jac. Schmidt und Fort. v. Juvalt nach Tiranverhielt und wo es sich um Wahrung der bündnerischen Hoheits-rechte über das Veltlin gegenüber den Anmaßungen Frankreichshandelte. Der Zweck dieser Gesandschaft schlug wie bemerkt ebenfallsfehl, indem der Herzog von Chateaunoeuf und Herr de Coeuvresdie Monsonischen Artikel bereits angenommen hatten und selbe nurder Form wegen auch von den Bündnern noch anerkannt wissenwollten. ^
Solcher ehrenvoller Aufträge erhielt Fortunat v. Sprecher nochmehrere und es beurkunden dieselben ebenso sehr seine Geschicklichkeitals Staatsmann, als sie hinwiederum ein ehrenvolles Zeugniß desVertrauens und der Achtung ablegen, die ihm von seinen Landsleutenzu Theil wurde. Das gleiche Ansehen genoß er auch auswärts.Venedig belohnte seine Dienste und Bemühungen um Abschluß einesBündnisses, im Jahre 1623 mit Verleihung des Ritterschlages,Herzog Rohan bezeugte ihm seine persönliche Hochachtung dadurch,daß er bei jeder Gelegenheit sich seines Rathes bediente.
Mögen aber die Dienste, welche Fort. v. Sprecher im Aemternund Würden seinem Lande leistete noch so groß sein, größer undnachhaltiger ist das Verdienst, welches er sich durch Niederzeichnungder Geschichte desselben erwarb. Wir sprechen nicht von der Ge-schichtperiode, welche seiner Zeit voranging, — hier war es Campell,
t Denkwürdigkeiten. S. 64 u. ff.
^ Siehe Juvalt Denkwürdigkeiten S. 95 u. ff., dessen Erzählung einemtiefen Blick in die damalige perfide Politik Frankreichs gestattet, — eine Po>-litik, welche die Bünde zulezt zwang in die Arme ihres Feindes, Oesterreichs,sich zu werfen, dessen Billigkeit und Mäßigung dann freiwillig dasjenige dennLande wieder schenkte, was der Freund und Bundesgenosse, Frankreich, lrwzPflicht und Schuldigkeit ihm vorenthielt, — die lluterthanenlande.