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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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der Alles that, vorzugsweise das Eis brach und sowohl Sprecherals Guler schritten nur auf der von ihm eröffneten Bahn undbrachten kaum mehr als was Jener gesagt. Die Hauptwichtigkeitder Arbeit Sprechers aber beginnt mit jenem Zeitabschnitt, wo erSelbsterlebtes und Gesehenes erzählt, mit einer Periode, welcheum ihrer großen Bedeutsamkeit willen eines wahren und unpar-theiischen Referenten nothwendig bedurfte. Bei dem Getriebe derPartheien und Factionen, welche zu jener Zeit das Land zer-fleischten und es in zwei, manchmal sogar drei einander mehroder weniger feindliche Lager spalteten, müßte es sonst unendlichschwierig sein den Ursachen der damaligen Begebenheiten nach-zuforschen, namentlich aber ein richtiges, von der Partheileiden-schaft, mit welcher Jeder von dem Andern verfolgt wurde, unver-zerrt gebliebenes Bild der Persönlichkeiten sich zu machen, welchenGelegenheit oder innerer Drang, oder beide zugleich, eine thätigeRolle in jener ereignißrcichen Zeit zugetheilt hatten.

Je schwerer es einem Manne, welcher, um mich so auszudrücken,in die Radspeichen der Zeit selbstthätig mit eingreift, es fallen muß,seinen Blick von dem Nebel frei zu halten, welchen Vorurtheilund Leidenschaft zu erzeugen Pflegen, um so sorgfältiger hatderselbe bei Darlegung der eigenen Ansichten und Urtheile zuWerke gehen, eine Klippe, an welcher fast alle Scribcnten zuscheitern pflegen, weßhalb es denn auch kömmt, daß ihre meistenWerke nur der Ausdruck und das Organ dieser oder jener Partheibleiben und in diesem Sinne auch auf den Leser bestimmend ein-zuwirken suchen. Wie selten sind daher auch diejenigen Bücher,welche einfach und pragmatisch zugleich, sich damit begnügen dieThatsachen in ihrem inneren Zusammenhange zu geben, das Ur-theil aber dem Leser zu überlassen.

Aber Sprecher scheint in der That das Ciceronische: satis 68ttiiston'oo, non 6586 M6NÜSL6M , sich zum Wahlspruch gemacht zuhaben, diesem lebte er nach und bemühte sich durchweg prooulockio 6t»,'gt in (seine eigenen Worte) die Thatsachen einfach dar-darzulegen wie sie sich zutrugen. Diese seine Wahrhaftigkeit undUnparteilichkeit wird ihm jeder zugestehen, welcher die Zeit, in