Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
16
JPEG-Download
 

16

Die Victoriren.

Enkel, Urenkel und Ururenkel, die, weil sie auch gleichzeitig im Besizedes Bisthums Cur blieben, neben der geistlichen auch die weltlicheHerrschaft übten. Im Wappen führten sie einen Steinbock, welchenspäter sowohl das Bisthum Cur, als der Gotteshausbund ^ bei-behielten.

Die lezten Glieder der Familie Victors, welche bis in die ZeitenCarls des Großen blühte, waren vier Söhne des Präses Victor undseiner Gemahlin Theusida, nämlich Jactatus II., Graf von Bregenz,Zacco II., Präses von Currätien, Tello, Bischof von Cur, der sieb-zehnte in der Reihenfolge derselben und Vigilius, der nach dem Todeseiner Brüder, unter Carl Martell die Stelle eines Kriegsobersten be-kleidete. Sie starben alle ohne Nachkommen. Nach ihnen kamen zurVerwaltung des Gemeinwesens und behielten solche lange Zeit inHänden, die Grafen von Hohenrätien, ^ Matsch, Montfort, Bregenz,Sargans, Werdenberg und Toggenburg; die Freiherr» von Räzüns,Belmont, Vaz, Sax, Flums und viele Andere von gutem, rätischenAdel.

Von Narses gerufen, zogen im Jahre 568 die Longobarden unterAlboin aus Pannonien nach Italien, wo sie Mailand, Bergamo, Comound andere, Rätien benachbarte, Orte besezten.

Unter der Regierung des Frankenkönigs Childerich verwüsteten dieHunnen unter vielen andern Gegenden auch Rätien bis zum KlosterDisentis hinauf, so lange mit Feuer und Schwert, bis sie von eineminzwischen gesammelten rätischen Heere zersprengt wurden. 2 °

Als Entschädigung für schwere Verluste, welche mit dem ganzenLande auch das Bisthum Cur um das Jahr 950 unter seinem BischöfeHartbert durch Einfälle der Saracenen erlitten hatte, wurde die Kirchezu Cur von Kaiser Otto mit einigen Gütern im Elsaß und zu Zizersbeschenkt. Mit was für Gnadenbriefen und Privilegien sowohl dasBisthum Cur als das ganze Land von den nachfolgenden Kaiserndotirt wurden, ist sammt dem Bericht über einige kriegerische Be-

>8 Und die Stadt Cnr ebenfalls. Uebrigens ist dieß noch bei sehrvielen Gemeinden lind Gerichten des Gotteshausbnndes der Fall.

w Campell nachgeschrieben. Urkundlich gab es gar keine Grafen diesesNamens und v. Nialt war ein Ministerialgeschlecht.

2" Um das Jahr 670. Ein Verzcichniß des Kirchenschazes der AbteiDisentis, das vor den Hunnen nach Zürich geflüchtet wurde, findet sichin Mohr b'o<I. ülpl. Bd. I. N. 4.