Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
33
JPEG-Download
 

Weitere Bündnisse.

33

Im Jahre 1497, Mittwoch vor Johannes des Täufers Tag schloßder graue Bund in Zürich ein ewiges Bündniß mit den sieben altenalten Orten: Zürich, Lnzern, Uri, Schwiz, llnterwaldcn, Zug undGlarus.

Im Jahre 1498, Donnerstags vor St. Luzia schloß auch derGotteshausbund daselbst das gleiche Bündniß mit den sieben altenOrten. Von nun an wurden die drei Bünde Bundesgenossen derselbengenannt.

Als im Jahre' 1567, den 22. Juni, die zehn Gerichte den zuBaden tagende» sieben Orten den Wunsch, sich mit ihnen ebenfalls zuverbinden, zu erkennen gaben, wurde ihnen unter dem Siegel desVogtes Sim. Wurstenbergcr die Antwort zu Theil, daß, wenn auchdie Orte dermalen noch kein Bündniß mit ihnen abschlössen, sie dennochdas Versprechen leisteten, dem Zehngerichtenbunde in allen Fällen mitLeib und Gut Licnstgefällig zu sein und in Briefen, möchten selbe andie Bünde im Ganzen oder den Zehngerichtenbund besonders gerichtetsein, denselben stets als Bundsgenossen anzureden.

Im Jahre 1590, am 8. September fand ein ausgedehntes Bünd-niß auf ewige Zeiten zwischen den Zürcher» und Glarnern einer- unddem Zehngerichtenbunde anderseits statt.

Im Jahre 1600, den 5. August verbanden sich die Bünde aufewige Zeiten mit den benachbarten Wallisern.

Zwei Jahre später fand das nämliche zwischen den drei Bündenund der Stadt Bern statt.

Mit Papst Sirtus IV. schlössen die Eidgenossen im Jahre 1478ebenfalls einen Bund. Auch die Freundschaft der Bündner wußteJener so sehr als seine Nachfolger bis auf Julius II. zu schäzen.Lezterer schloß unter Vermittlung Mathäns Schiner's, Bischofs zuSitten, im Jahre 1510 auf eine bestimmte Zeit einen Bundesvertragmit Eidgenossen und Bündnern und bediente in vorkommenden Fällensich auch ihrer Hülfe, wie bereits in der Chronik angeführt wurdeAm 7. November 1514 wurde dieser Vertrag mit seinem NachfolgerLeo X. erweitert, doch erlosch derselbe bei dessen Tod, und kommenauch keine spätern Verbindungen der Bünde mit den nachhingenPäpsten vor.

Von den französischen Königen war es zuerst Carl VII., welchersich mit den Eidgenossen verband. Dieses geschah mit den acht altenOrten am 4. April 1453 zu Paris. Das Bündniß wurde mit seinenNachfolgern öfters erneuert.