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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Strafgericht zu Cur.

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Mannschaft aus den Grenzthälern Misox und Münsterthal, in Cur 1607 .zusammentraten, aufzuregen und unzufrieden zu machen. In Folgedessen wurden ebenfalls auf Veranlassung der spanischen Faction, welchedie Volksgunst zu hätscheln, richtiger Volkswuth zu reizen wußte, so-wohl das französische als das venetianische Bündniß mittelst Bei-fügung einiger wohlberechneteu Artikel und Zusäze, zumal in Betreffdes Transits, durch eine geringe Mehrheit von Stimmen in engereSchranken gezogen, auch bald darauf aus den Fähnlein ein Strafgerichtbestellt, welches aus achtundvierzig Richtern und dreihundertsechzigGäumern bestand. Die übrige Mannschaft ging nach Hause.

Viele der spanischen Parthei abholde und angesehene Büudner, 'welche außer Lands waren, z. B. Guler, wurden mit ewiger Verban-nung , andere an Ehre und Würden oder um Geld gestraft. Die eid-genössischen Boten suchten Anfangs die Sache beizulegen, zulezt be-riethen sie sich ernstlich darüber, zur Stillung des Aufruhrs zweiRegimenter nach den Bünden zu senden. Nichtsdestoweniger ließ dieWuth nicht nach, bis die öffentliche Volksmeinung, — als es, zumaldem französische» Gesandten, Carl Pascha!, gelang, nachzuweisen inwelchem Irrthume man sich befinde und auf welche Weise man die ab-geschlossenen und beschwornen Bündnisse verleze, — auf einmal einenebenso plözlichen als gänzlichen Umschlag erlitt. Mit fliegenden Fah-nen kehrte man nach Cur zurück und bestätigte die venetianischen undfranzösischen Bündnisse in ihrer früheren Wirksamkeit und Ausdehnung.

Georg Beli von Belfort, Vogt zu Castels und Hauptmann CasparBaselga, welche bereits früher verhaftet, bei Abwesenheit des größerenVolkshaufens, sehr leicht hätten entweichen können, wenn es ihr Willegewesen wäre, wurden nunmehr gefoltert und überwiesen als spanischePartheiganger Gaben empfangen und vertheilt zu haben. Im Julibrachte man sie zum Tode. Viele büßte» mit Verbannung. Erst alsnach und nach die Wuth sich legte, lieh man den gemäßigteren Vor-schlägen der Eidgenossen geneigtes Ohr. Der Ort des Strafgerichtswurde geändert und Jlanz dazu erwählt, die Zahl der Richter ver-mindert. Den Abwesenden sicherte mau freies Geleit zu und Alle er-hielten, jedoch nicht ohne schwere Strafgelder zu erlegen, da viele Un-kosten nun doch einmal ergangen, zulezt ihre früheren Ehren undWürden wieder. Auch Bischof Johann von Cur wurde im folgendenJahre unter der Bedingung gewisser zu beschwörender Artikel und einerBuße von zwolfhundert Kronen in seine alte Würde wieder eingesezt.